DJV

Jäger erlegen so viele Wildschweine wie nie zuvor

882.231 Wildschweine haben die Jäger in der Saison 2019/20 erlegt - 47 % mehr als im Vorjahr. Zur Bekämpfung der ASP fordert der DJV flächendeckend funktionierende Ausnahmeregelungen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Jagdstatistik für Wildschweine für das Jagdjahr 2019/20 (1. April bis 31. März) ermittelt. Demnach haben die Jäger 882.231 Wildschweine erlegt. Das sind 47 % mehr als in der Saison davor.

Zum bisherigen Rekordjagd 2017/18 eine Steigerung um mehr als 5 %. Damit ist es die höchste, jemals erzielte Strecke. "Die Jäger liefern ihren Beitrag zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest“, kommentierte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Daran müsse man in diesem Jahr anknüpfen.

Doch wegen der seit 2. November geltenden Corona-Verordnung drohen die besonders effektiven Bewegungsjagden vielerorts auszufallen. Hierbei erlegen Jäger 30 bis 60 % der Jahresstrecke. "Wir brauchen so schnell wie möglich flächendeckend funktionierende Ausnahmeregelungen in allen Bundesländern", so Dr. Böhning.

Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Thüringen haben bereits Ausnahmeregelungen bei den Coronaregeln für Gemeinschaftsjagden auf Schalenwild erlassen.

In Bayern besteht ein generelles Veranstaltungsverbot (§5 BayIfSMV). Das heißt, hier ist derzeit eine Veranstaltung mit festgelegter Personenzahl generell nicht zulässig. Das gilt auch für Bewegungsjagden mit Teilnehmern, für die die Jagdausübung weder zur Berufsausübung gehört noch eine Dienstpflicht darstellt. Das heißt, Bewegungsjagden mit der privaten Jägerschaft sind nach der 8. BayIfSMV nicht erlaubt!

Vermarktung für Wildbret ankurbeln

Zudem fordert der DJV die Politik auf, die Vermarktungswege für Wildbret zu ebnen. Durch die coronabedingte Schließung der Gastronomie - Hauptabnehmer für Wildbret im Herbst - wird es in Kürze zu großen Mengen Wildbret am Markt kommen. Wie die Politik die Vermarktung erleichtern kann, hat der DJV in einem ASP-Forderungspapier veröffentlicht.

Gemeinschaftsaufgabe ASP

Leben weniger Wildschweine pro Fläche, breitet sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) langsamer aus. Bisher ist man von einer natürlichen Ausbreitungsrate von 20 Kilometer pro Jahr ausgegangen. 124 infizierte Wildschweine (123 in Brandenburg, eins in Sachsen; Stand 1. November 2020) sind bereits aufgefunden worden.

"Die Situation in Brandenburg zeigt sehr deutlich, dass nur ein schnelles und konzertiertes Vorgehen Aussicht auf Erfolg hat", so Dr. Böhning. "Nur gemeinsam haben wir eine Chance gegen das Virus. Wir Jägerinnen und Jäger unterstützen, wo wir können."

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.