Petersberg

Landeswald in Sachsen-Anhalt jetzt FSC-zertifiziert

„Mit dem heutigen Tag wird die Waldfläche mit der Zertifizierung nach dem FSC-Standard im Land Sachsen-Anhalt auf rund 10.000 ha erhöht", sagte Umweltministerin Dalbert in Petersberg.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat am Dienstag mitgeteilt, dass sich die FSC-zertifizierte Forstfläche im Land auf rund 10.000 ha erhöht hat.

Für eine FSC-Zertifizierung müssen bestimmte Voraussetzungen bei der Bewirtschaftung erfüllt werden. Das Land hat eine Maßgabe der FSC-Strategie durch vier zusätzliche Assistenzreviere bereits umgesetzt: Mit Reviergrößen zwischen 1.600 und 1.800 ha ist die Empfehlung des FSC-Deutschland erreicht.

Sachsen-Anhalt verfügt nunmehr über 5 Forstreviere mit FSC-Zertifikat. In diesen Revieren wird künftig einheitlich der Wald FSC-konform nach dem Waldstandard 3.0 bewirtschaftet. Darüber hinaus werden bis 2021 10 % des Landeswaldes aus der Bewirtschaftung herausgenommen sein.

Mit einem Waldanteil von 25 % gehört Sachsen-Anhalt zu den waldärmeren Bundesländern. Das Bundesland setzt aber auf Zuwachs; so erreichte der Wald bereits die 532.000-Hektar-Marke. Mit einem Zuwachs von mehr als 65.000 ha ist das im Vergleich der Bundesländer die höchste Steigerung in den vergangenen 20 Jahren.

55 % der Waldfläche in Sachsen-Anhalt sind Privatwald, 28 % Landeswald, 10 % Bundeswald und 7 % Kommunalwald.

Einige Grundsätze der FSC-Zertifizierung:

  • Es wird ein naturnaher und ertragreicher Waldzustand angestrebt, der in der Lage ist, sich den unterschiedlichen Klimabedingungen anzupassen.
  • Schaderreger sind nur zu bekämpfen, wenn die Gefahr erheblicher Schäden besteht und FSC zustimmt.
  • Die derzeit anzutreffenden Schalenwild-Bestände behindern ohne Zaunschutz eine Verjüngung der für die naturnahe Waldentwicklung notwendigen Baum- und Straucharten.
  • Zwischen Waldentwicklung und Wildbestand ist ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen.
  • Angestrebt wird der naturnahe Mischwald mit 5 Baumarten auf der Fläche.
  • Waldränder von 30m Tiefe werden angelegt, um neben der ökologischen auch eine physikalische Schutzwirkung für Waldbestände zu erreichen
  • Der behördliche Naturschutz erlangt Kenntnis von geplanten Maßnahmen, kann sich aktiv einbringen, die Förster erlangen Sicherheit vor der Umsetzung konkreter Maßnahmen.


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