Kurz kommentiert

GAP-Reform: Das bleibt in Euro und Cent

Bedeutet die EU-Agrarreform weniger Geld für steigende Auflagen? Ja, aber Junglandwirte und kleinere Betriebe können auch profitieren. Vor allem die Öko-Regelungen dürften die Verluste teils ausgleichen. Doch gerade deren Ausgestaltung ist noch unklar.

Bei den Diskussionen um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bleibt eine Frage oft unbeantwortet: Wie viel Geld landet auf den Höfen? Im Testbetriebsnetz des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) machten die EU-Prämien im Jahr 2020 mit durchschnittlich 33% immerhin ein gutes Drittel der landwirtschaftlichen Einkommen aus.

Ein Blick auf die EU-Agrarpolitik ab 2023 zeigt: Dieses Fundament der Einkommen der Bauern könnte in Zukunft bröckeln. Die Basisprämie sinkt, während die dafür einzuhaltenden Regeln strenger werden. Gehen Landwirte über die Grundanforderungen hinaus, können sie ihre Prämienzahlung jedoch durch Eco-Schemes (Öko-Regelungen) erhöhen. Daneben steigt ab 2023 die Förderung für Junglandwirte und die Umverteilung zugunsten der „ersten Hektare“. Darauf haben sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Umweltministerin Svenja Schulze im April geeinigt. Doch was ändert sich durch den GAP-Kompromiss im Geldbeutel der Landwirte? Wir haben nachgerechnet.

Dabei dienten die GAP-Gesetzentwürfe und Kalkulationen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) als Grundlage. Der Kasten am Ende des Beitrags erklärt, wie die Fördersummen in unseren Berechnungen im Detail zustande kommen. Wir haben bei unseren Berechnungen die Auswirkungen der GAP-Reform auf die 1. Säule durchgespielt.

Und dabei wird klar: Die Prämie, die Landwirte für die steigenden Auflagen erhalten, sinkt (s. Übersicht 1) ab 2023 um gut 110 €/ha (Basisprämie + Greening bis 2022) auf ca. 155 €/ha. Die Gefahr, dass sich Landwirte aufgrund der steigenden Auflagen gegen Prämien aus Brüssel entscheiden sieht Uwe Latacz-Lohmann, Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Uni Kiel, nicht: „Bei einer zukünftigen Basisprämie von ca. 150 €/ha müssten die Auflagen schon sehr einschneidend sein, bevor sich Betriebe aus der Förderung verabschieden. Damit ist nicht zu rechnen.“

So wirkt die GAP ab 2023

Wir haben für Betriebe mit unterschiedlicher Flächenausstattung nachgerechnet, wie stark sich die GAP-Reform auf die Förderhöhen der Betriebe auswirkt. Die Ergebnisse in Übersicht 2 zeigen:

  • Die Prämienverluste sind aufgrund der gestiegenen Umverteilungsprämie bei großen Betrieben höher als bei kleinen. Größere landwirtschaftliche Betriebe hätten durch eine Kappung oder Degression...