China öffnet wieder den Markt für Geflügel aus Deutschland

Der chinesische Agrarminister Han Changfu hat in Berlin zugesagt, dass China den Markt für Geflügel aus Deutschland wieder öffnet. Für den Fall eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland appellierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass China keinen kompletten Importstopp verhänge.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ihr chinesischer Amtskollege Han Changfu unterzeichnen zum Auftakt der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen eine Absichtserklärung. (Bildquelle: Christian Thiel/ BMEL)

Der chinesische Agrarminister Han Changfu hat in Berlin zugesagt, dass China den Markt für Geflügel aus Deutschland wieder öffnet. Für den Fall eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland appellierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass China keinen kompletten Importstopp verhänge.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat am gestrigen Sonntag ihren chinesischen Amtskollegen, Han Changfu, in Berlin empfangen. Für den Export haben Klöckner und Han vereinbart, dass China den Markt für Geflügel aus Deutschland wieder öffnen wird, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) nach dem Treffen mit. China hatte die Einfuhr von deutschem Geflügelfleisch nach dem Auftreten von Vogelgrippefällen im Jahr 2006 gesperrt. Nach zeitintensiven Untersuchungen des Zustandes sei die chinesische Seite nun zum Ergebnis gekommen, das kein Grund zur Sorge mit Blick auf deutsches Geflügel mehr bestehe, heißt es weiter.
 
Klöckner sprach bei dem Treffen zudem die Präventionsmaßnahmen Deutschlands und der EU mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) an. Sie warb laut dem BMEL dafür, dass China eine differenzierte Betrachtung der ASP-Fälle in Europa aufnehme. ASP-Ausbrüche in Europa sollten regional betrachtet werden, so dass es nicht zu kompletten Importstopps von Schweinefleisch aus Deutschland komme, sollte die ASP auch nach Deutschland kommen, argumentierte das BMEL gegenüber den Besuchern aus China.
 
Im Bereich der Forschung und der Entwicklung der ländlichen Räume sprachen beide Agrarminister sich für einen engeren Austausch aus. Schwerpunkt werde verstärkt die Frage der Digitalisierung in der Land- und Ernährungswirtschaft sein. Klöckner lud ihren chinesischen Kollegen zum Global Forum for Food an Agriculture (GFFA) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche im Januar 2019 nach Berlin ein. Der Schwerpunkt des Weltforums wird die Technisierung und Digitalisierung in der Landwirtschaft sein.
 
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum. Das Zentrum wurde vor drei Jahren auf Initiative der Bundeskanzlerin und Ministerpräsident Li gegründet. „Es gibt nur wenige Bereiche, in denen die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China so deutlich wird wie im Bereich der Landwirtschaft. Das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum ist dafür der beste Beweis“, bewertete Klöckner die Initiative. Sie zeigte sich auch insgesamt mit dem Treffen zufrieden. Es sei ein erfolgreiches, arbeitsames Gespräch in einer sehr guten Atmosphäre gewesen, so Klöckner. Vor allem, dass Deutschland wieder Geflügel nach China exportieren dürfe, sei eine gute Nachricht, sagte Klöckner.
 
Heute finden in Berlin die Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen statt. Dabei ist auch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zum gegenseitigen Austausch von jungen Fachkräften im Agrarsektor geplant.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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