DBV erwartet 2018/19 sinkende Betriebseinkommen

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 17/18 ordentliche Ergebnisse eingefahren. Einzige Ausnahme sind die Veredelungsbetriebe. Das laufende Jahr, in das die Dürre mit reinspielt, könnte alles wieder zunichtemachen.

Die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2017/18 durchschnittlich ein Unternehmensergebnis von 65.200 € erreicht. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr 2016/17, zeigen die am heutigen Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Je Familienarbeitskraft (FAK) kommen die Betriebe auf ein Ergebnis von 45.700 €.

Ernteeinbußen werden Einkommen drücken

Auf Grund der durch die Trockenheit verursachten schlechten Ernte im laufenden Jahr mochte sich DBV-Präsident Joachim Rukwied über die Entwicklung nicht mehr so recht freuen. „Rückblickend ging es letztes Jahr aufwärts, doch das wird nicht ausreichen, um das schwierige laufende Jahr auszugleichen“ sagte er bei der Präsentation der Zahlen vor der Presse in Berlin. Er erwarte für das kommende Jahr wieder sehr auseinander driftende Unternehmensergebnisse. Vor allem in den besonders trockenen Regionen geht er von massiven Einkommenseinbrüchen im Ackerbau aus. Bei Milchviehhaltern mache immer noch die Futterversorgung Sorgen. Außerdem stiegen die Betriebsmittelpreise für Dünger, Pflanzenschutz, und Arbeit tendenziell an. „Das wird die Wirtschaftsergebnisse des laufenden Jahres beeinflussen", sagte Rukwied.

Milchviehbetriebe schneiden am besten ab

Auch die Unternehmensergebnisse von 17/18 driften je nach Betriebsform auseinander. Bei den Milchviehbetrieben stieg das Unternehmensergebnis um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 60.200 €/FAK an. Bei den Ackerbaubetrieben gab es eine wirtschaftliche Stagnation. Die Unternehmensergebnisse lagen mit 36.100 €/FAK nur um 1 Prozent niedriger als im Vorjahr. In der Schweinehaltung sind die Ergebnisse hingegen im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 41.600 €/FAK zurückgegangen. Ökobetriebe konnten jedoch ein Plus verzeichnen, ihre Unternehmensergebnisse stiegen im Vergleich zu 2016/17 auf 57.000 € je Familienarbeitskraft an.

Investitionen bleiben verhalten

Die Investitionstätigkeit der Betriebe bezeichnet der DBV für das Wirtschaftsjahr 2017/18 als eher verhalten. Die Bruttoinvestition lag mit 51.300 € je Betrieb nur um 3 Prozent höher als im Vorjahr. Die Nettoinvestitionen (nach Berücksichtigung der Abschreibungen) lagen laut den Zahlen bei 6.900 € je Betrieb.

Grundlage für die Zahlen sind 11.900 Buchführungsabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben mit durchschnittlich 90 Hektar. Der aktuelle Situationsbericht des DBV mit vielen Zahlen und Auswertungen ist online auf der DBV-Homepage abrufbar.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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