Den Hof auf mehrere Kinder übertragen

In der Praxis kommt es immer häufiger vor, dass die Eltern den Betrieb möglichst zu gleichen Teilen an den Nachwuchs vererben wollen. Dabei sollten Sie jedoch einiges beachten. Dr. Richard Moser, Steuerberater, vBP, Geschäftsführer der Dr. Moser & Collegen Steuerberatungsgesellschaft mbH, Göttingen, gibt Tipps...

In der Praxis kommt es immer häufiger vor, dass die Eltern den Betrieb möglichst zu gleichen Teilen an den Nachwuchs vererben wollen. Dabei sollten Sie jedoch einiges beachten. Dr. Richard Moser, Steuerberater, vBP, Geschäftsführer der Dr. Moser & Collegen Steuerberatungsgesellschaft mbH, Göttingen, gibt Tipps:
 
Die meisten Betriebsleiter übertragen ihren landwirtschaftlichen  Betrieb nur an einen Hoferben. Denn auf diese Weise stellt die Familie am besten den Fortbestand des Betriebes über viele Generationen sicher.
Allerdings passt dieses Konzept nicht zu jedem Hof. Immer öfter besteht der Wunsch, den Betrieb an mehrere Kinder zu übergeben. In den meisten Fällen sind das entweder sehr große Unternehmen, die in Form einer Gesellschaft wirtschaften oder sehr kleine Betriebe, die ihren Hof bereits nicht mehr selbst bewirtschaften.

1. Weichende Erben am Betrieb beteiligen

Nicht nur in den neuen Bundesländern sind in den letzten 20 Jahren zum Teil sehr große komplexe Betriebsstrukturen häufig in Form von Gesellschaften (GbR, GmbH & Co. KG oder GmbH) entstanden. Die Eigentümer haben oft jeden Cent in den Aufbau des Betriebes gesteckt mit der Folge, dass die Gesellschaft einerseits ein erhebliches betriebliches Vermögen aufgebaut hat, es andererseits an Kapital fehlt, um weichende Erben gerecht abzufinden.

Häufig wissen die Unternehmer grundsätzlich, wer ihr Nachfolger in der Gesellschaft sein soll. Dennoch möchten sie die anderen Kinder gerecht abfinden. Da sonst kein (Privat-)Vermögen vorhanden ist, wollen die Betriebsleiter sie deshalb am Betrieb beteiligen – zum Beispiel an Unternehmensteilen, wie der Windkraft- oder Biogasanlage, die sie als GmbH & Co. KG führen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die weichenden Erben bei anstehenden Flächenkäufen mit diesen abzufinden. Die Flächen können sie dann an den Hofnachfolger verpachten. Zudem macht es Sinn, dass dieser ein Vorkaufsrecht an den Flächen erhält.

Anteile steuerfrei übertragen:

Oft besteht also bei dem abgebenden Unternehmer der Wunsch, die Gesellschaftsanteile nicht nur einem Kind zu übertragen, sondern sämtlichen Nachwuchs am Betrieb zu beteiligen. Das ist aus erbschafts- und schenkungssteuerlicher Sicht grundsätzlich möglich. Auch der Anteil an einer Personengesellschaft, beispielsweise an einer GbR oder GmbH & Co. KG, der sogenannte Mitunternehmeranteil, ist begünstigtes Vermögen.

Haben Sie hingegen Anteile an einer Kapitalgesellschaft, also zum Beispiel einer GmbH, die Sie übergeben wollen, liegt nur dann begünstigtes Vermögen vor, wenn Sie zu mehr als 25 % an der Gesellschaft beteiligt sind. Sie können dieses dann auf Antrag zu 100 % von der Erbschafts- und Schenkungssteuer verschonen, wenn Sie bestimmte Behaltefristen und eine Lohnsummenregelung einhalten (top agrar 11/2016, Seite 25 und top agrar 8/2016, Seite 36). Ob bei Ihnen die Voraussetzungen für eine Befreiung von der Erbschafts- oder Schenkungssteuer vorliegen, sollten Sie immer im Detail von Ihrem Steuerberater prüfen lassen.

Sie sollten aber nicht nur die Erb- und Schenkungssteuer im Blick halten: Aus ertragssteuerlicher Sicht ist die Übertragung eines Mitunternehmeranteils im Betriebsvermögen zu Buchwerten möglich – Sie decken also keine stillen Reserven auf, die es zu versteuern gilt. Befinden sich Ihre Anteile an der GmbH im Privatvermögen, können Sie diese ebenfalls auf mehrere Kinder übertragen.

Auf den Vertrag kommt es an:

Voraussetzung für eine gut funktionierende Gesellschaft,...