Klöckner will Kürzungen bei Agrargeldern nicht hinnehmen Premium

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Agrarzahlungen ab 2020 ausgewertet. Den Landwirten seien die Kürzungen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen nicht vermittelbar, lautet eine Schlussfolgerung. Von 2020 bis 2027 würden Deutschland 2,6 Mrd. € entgehen.

Klöckner skizziert in einem Brief, wie sie in Brüssel auf die Vorschläge zur Reform der Agrarzahlungen ab 2020 reagieren will. (Bildquelle: BMEL)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Agrarzahlungen ab 2020 nun ausgewertet. Den Landwirten seien die Kürzungen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen nicht vermittelbar, lautet eine der Schlussfolgerungen. Von 2020 bis 2027 würden den Landwirten und dem Ländlichen Raum 2,6 Mrd. € entgehen. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine umfassende Analyse des BMEL zu den vergangene Woche vorgelegten Vorschlägen der EU-Kommission zur Agrarreform ab 2020 dargelegt. In Deutschland würde sich die geplante Kürzung des EU-Agrarhaushaltes von 2020 bis 2027 auf mehr als 2,6 Mrd. € summieren, wovon etwa 1,4 Mrd. € auf die für die Landwirtschaft unmittelbar einkommenswirksamen Direktzahlungen entfallen, heißt es in dem Brief, der top agrar vorliegt. „Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Anforderungen an die Landwirtschaft ist eine Kürzung in dieser Größenordnung unseren Landwirtinnen und Landwirten sowie den Menschen im Ländlichen Raum nicht vermittelbar“, schreibt Klöckner in dem Brief wörtlich. Sie wolle sich in den Verhandlungen dafür einsetzen, „eine in beiden Säulen starke und finanziell gut ausgestattete GAP auch auf europäischer Ebene umzusetzen“. Festhalten an Direktzahlungen Klöckner kündigt in dem Schreiben an, die Kommissionsvorschläge nun innerhalb der Bundesregierung, mit den Ländern sowie dem Berufsstand und den Umweltverbänden sorgfältig zu bewerten. In ihrer ersten Einschätzung hebt sie erneut hervor, dass für sie die ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Gedanken

sie versucht Geld in der Landwirtschaft zu halten. Laut den Buchführungsergebnisse würden viele Betriebe ohne staatlichen Zuschüsse aus der Produktion aussteigen. Wie die Zahlungen in Zukunft eingesetzt werden sollten, muss durch eine geöffnete GAP endlich diskutiert werden. Zudem dürfen Agrarzahlungen nicht mehr als Agrarzahlungen bezeichnet werden, wenn sie nicht direkt auf den Höfen ankommen. Ich denke, dass sich viele Betriebe Gedanken machen, wie und ob der Betrieb weitergeführt werden soll.

von Sven Fischer

Keine Kürzung, sonder komplette Abschaffung der Prämien

Frau Klöckner fordert hier 1,2 Mrd.€ "Prämienkürzungen" für die Industrie und 1,4 Mrd. € "Kürzungen" für die ländlichen Räume zu unterlassen. Allerdings geht ein Großteil der 1,4 Mrd.€ auch an Großkonzerne oder Industrieelle die im großen Stil Betriebe in Ostdeutschland aufgekauft haben. In den ländlichen Räumen bleibt da nur wenig hängen! Somit wäre die Konsequenz doch jegliche Prämien abzuschaffen und im Gegenzug lieber die ländliche Infrastruktur etc. direkt zu fördern, damit es auch im ländlichen Raum ankommt.

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