Baden-Württemberg

Mehr Winterweizen, mehr Hafer

Der steigende Absatz von Haferdrinks hat im Südwesten die Haferanbaufläche deutlich steigen lassen. Auch bei Winterweizen gab es ein merkliches Plus. Die Gerste verlor dagegen.

In Baden-Württemberg stieg die Anbaufläche von Winterweizen in diesem Jahr um 7,3 % gegenüber 2020. Bei Hafer betrug das Plus sogar 9,5 %. Diese Zahlen teilte das Statistische Landesamt in einer Pressemitteilung mit.

Die Ernte von Winterweizen, der wichtigsten Fruchtart im Land, wird in diesem Jahr auf 216 900 ha stattfinden. Der Haferanbau auf 20 400 ha. Für Hafer ergeben sich, durch das gestiegene Interesse an Milchersatzgetränken in den letzten Jahren, weitere Absatzmöglichkeiten. Die gesamte Getreidefläche zur Körnergewinnung liegt im Jahr 2021 mit 463 500 ha in Baden-Württemberg auf dem Vorjahresniveau (−0,7 %).

Einbruch bei Sommergerste

Anbaueinschränkungen sind vor allem bei der Gerste, sowohl bei Wintergerste (− 4 100 ha auf 82 000 ha) als auch bei Sommergerste festzustellen. Gerade der Anbau von Sommergerste erlebt einen regelrechten Einbruch (− 11 900 ha/− 19,3% auf 49 900 ha). Mit einer Fläche von über 188 900 ha liegt auch der Maisanbau in diesem Jahr unter dem Niveau von 2020 (− 2,9%).

Ein geringerer Anbauumfang wurde zuletzt vor zehn Jahren ermittelt. Die Körnermaisfläche ist dabei um 2 500 ha (− 4,2 %) und die Silomais-Fläche um 3 100 ha (− 2,3 %) reduziert worden. Mais bleibt mit einem Anteil von 23 % an der Ackerfläche weiterhin die zweitwichtigste Ackerfrucht im Land.

Auch die Fläche von Getreide zur Ganzpflanzenernte wurde eingeschränkt. Der Umfang ging jetzt schon das vierte Jahr nacheinander zurück und beträgt nur noch 9 000 ha. Gegenüber der letztjährigen Fläche ist das ein Minus um fast 2 000 ha (− 17,9 %).

Einen weiterhin positiven Trend weist der Anbau von Leguminosen zur Ganzpflanzenernte (z. B. Klee oder Luzerne) auf. Für die Ernte in 2021 steht eine Fläche von 47 200 ha im Land zur Verfügung. Zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 1 100 ha (+2,3 %). Leguminosen zur Ganzpflanzenernte werden vor allem in der Viehfütterung eingesetzt.

Raps steigt wieder

Nach einem deutlichen Rückgang des Anbaus von Winterraps zur Ernte 2019 (−23 %) ist nun das zweite Jahr in Folge eine Ausweitung der Fläche festzustellen. Winterraps kommt auf 41 800 ha und damit 900 ha über Vorjahresniveau. Trotz dieser Zunahme blieb die Fläche deutlich unter dem Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre (2016-2020) von 45 600 ha.

Nach einem Rückgang im letzten Jahr steigt die Zuckerrübenfläche auf 19 500 ha (+ 4,4 %) und liegt nun auf dem Niveau der letzten fünf Jahre. Die Kartoffel, als zweitwichtigste Hackfrucht im Land, wird in ihrem Anbau schon das zweite Jahr in Folge eingeschränkt. Zum Vorjahr nimmt die Fläche um 10,9 % auf 4 900 ha ab.

Unter den Hülsenfrüchten bleibt der Sojabohnenanbau mit 7 400 ha unter dem Niveau von 2020 (−7,0 %). Weitere bedeutende Hülsenfrüchte in Baden-Württemberg sind die Körnererbse (4 700 ha) und die Ackerbohne (2 800 ha).


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