Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft setzt sich weiter fort

Die deutsche Landwirtschaft hat es in den letzten Jahren geschafft, ihre Produktivität deutlich zu steigern; allein von 1991 bis 2011 stieg die Arbeitsproduktivität um 123 %. Darauf weist die Landwirtschaftliche Rentenbank in ihrem aktuellen Geschäftsbericht hin.

Die deutsche Landwirtschaft hat es in den letzten Jahren geschafft, ihre Produktivität deutlich zu steigern; allein von 1991 bis 2011 stieg die Arbeitsproduktivität um 123 %. Darauf weist die Landwirtschaftliche Rentenbank in ihrem aktuellen Geschäftsbericht hin.

Mit den beeindruckenden Produktivitätssteigerungen sei die deutsche Landwirtschaft - als eine der ertragreichsten - ihrer tragenden Rolle für die Welternährung und die Deckung einer wachsenden Nachfrage nach Agrarprodukten gerecht geworden, erklärte Vorstandssprecher Dr. Horst Reinhardt letzte Woche auf der Bilanzpressekonferenz der Förderbank in Frankfurt. Dabei sei es vielfach gelungen, Ökonomie und Nachhaltigkeit zu verbinden. Bei steigenden Erträgen hätten die Landwirte beispielsweise die Effizienz bei der Düngung verbessert, den Energieverbrauch gesenkt und zusätzliche Flächen für Umweltmaßnahmen bereitgestellt.

Während nach Angaben der Förderbank vor 100 Jahren ein Bauer nur vier Menschen ernährte und es selbst vor 50 Jahren gerade einmal zehn Menschen waren, sorge heute ein Landwirt dafür, dass 129 Menschen satt würden. Die wesentlichen Voraussetzungen für diese Steigerung seien die zunehmende Spezialisierung und das Wachstum der Betriebe gewesen. Diese hätten es erlaubt, den technischen Fortschritt effizient zu nutzen.

So habe beispielsweise der Durchschnittsertrag für Weizen in Deutschland vor gut hundert Jahren bei nur 18,5 dt/ha gelegen; heute seien es mit rund 75 dt/ha viermal so viel. Gleichzeitig habe die Ressourceneffizienz erheblich zugenommen. Belegt werde dies durch eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), derzufolge in Deutschland die Stickstoffbilanzüberschüsse zwischen 1990/92 und 2007/09 um rund 30 % zurückgegangen seien.

Gründe für die Produktivitätssteigerung

Ermöglicht worden seien die Produktivitätssteigerungen durch den technischen Fortschritt, unter anderem in der Pflanzen- und Tierzucht, schreibt die Rentenbank in ihrem Geschäftsbericht. Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Finanzierung, da für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen ein immer höherer Kapitaleinsatz notwendig sei. Der technische Fortschritt beschleunige sich, und die Abstände zwischen großen Investitionsschritten würden immer geringer. Deshalb sei die Landwirtschaft zu einer der kapitalintensivsten Branchen geworden.

Auch die „Leistungen aus dem Stall“ haben sich immer weiter verbessert. Dieser Bereich erwirtschafte heute rund die Hälfte des Produktionswerts der deutschen Landwirtschaft. So habe sich beispielsweise die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh und Jahr zwischen 1990 und 2012 von 4 700 kg auf 7 323 kg erhöht; bei intensiven Spitzenbetrieben falle die Steigerung sogar noch deutlich höher aus. Ermöglicht werde diese Entwicklung durch züchterische Fortschritte und hochwertiges Futter, aber auch durch Laufställe oder Melkroboter. Die modernen Haltungsformen erhöhten das Tierwohl und führten gleichzeitig zu arbeitswirtschaftlichen Verbesserungen, betont die Rentenbank.


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen