Positionspapier

SPD: „Ausbeutung in der Land- und Ernährungswirtschaft keine Seltenheit“

Die SPD fordert für Angestellte der Land- und Ernährungswirtschaft auskömmliche Löhne, Einhaltung von Arbeits- und Gesundheitsschutz, und "normale" Arbeitszeiten.

In ihren Vorurteilen über die Land- und Ernährungsbranche bestätigt fühlen sich die SPD-Politiker Rainer Spiering, Kerstin Tack und Uwe Schmidt. Ihrer Meinung nach sind „die gravierenden Mängel in der Land- und Ernährungswirtschaft“ nicht vom Himmel gefallen.

„Die Ausbeutung von Arbeitnehmern muss in der Land- und Ernährungswirtschaft ein Ende haben. Doch notwendige Änderungen für mehr Arbeitnehmerschutz werden seit Jahren von Seiten der Lobby und der Union verhindert. Die prekären Arbeitsverhältnisse, die dürftige Unterbringung von Arbeitnehmern sowie mangelnde Einhaltung von Hygienestandards sind in der Land- und Ernährungswirtschaft leider keine Seltenheit“, so Spiering, Tack und Schmidt in einer Preessemitteilung.

Dies sei nicht akzeptabel und dürfe nicht mehr toleriert werden. Daher begrüße die SPD die von ihrem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil durchgesetzten Eckpunkte zum „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft“. Mehr Arbeitsschutz, bessere Kontrollen und Hygiene und das Ende organisierter Verantwortungslosigkeit in Sub-Unternehmerkonstruktionen seien der richtige Weg.

Die Politiker verweisen in diesem Zusammenhang auch auf ihr beschlossenes Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion, welches die Stärkung des Arbeitsschutzes und der Rechte für die Arbeitnehmer im Fokus hat.

„Wir stellen uns unserer bundespolitischen Verantwortung und fordern ein Verbot von Werksvertragsarbeit im jeweiligen Kerngeschäft und Beschränkung von Leiharbeit. Wir fordern auskömmliche Löhne, Einhaltung von Arbeits- und Gesundheitsschutz, und Arbeitszeiten, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Dazu braucht es digitale Arbeitszeiterfassung und Dokumentationspflichten für Unternehmen“, so Spiering, Tack und Schmidt.

Auch die Beratung über Arbeitnehmerrechte für Arbeitskräfte aus dem Ausland muss ihrer Meinung nach dringend in den jeweiligen Muttersprachen ausgebaut werden. Zudem sei die EU-Entsenderichtlinie, die dafür sorgen soll, dass Beschäftigte aus dem EU-Ausland künftig stärker von den in Deutschland geltenden Arbeitsbedingungen profitieren, ohne Abstriche umzusetzen.

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Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

Groesste Ausbeuter

Die groessten Ausbeuter sind derzeit die politische Kaste und die von diesen hoffierten NGOs. Sie knechten die Landwirte mit immer neuen Regelungen, Beschraenkungen und neuen Kostenfaktoren. Das Einkommen sinkt und die Moeglichkeiten des Wirtschaftens schwinden. Da helfen auch keine ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Da schau an...

Als die Borchert-Kommission ihre Ergebnisse vorstellte, war es auch die SPD bzw. einige Funktionsträger, die sich dagegen ausgeprochen haben, dass sich die Lebensmittelpreise durch staatliche Maßnahmen zwingend für den Konsumenten verteuerten. Wie denn nun: höheren Lohn für die ... mehr anzeigen

von hermann-Josef schaller

Mal so zum Nachdenken....

Wenn die Landwirte und deren Beschäftigten in der Landwirtschaft und im nachgelagerten Bereich nicht zu Dumping-Preisen arbeiten müssten (bzw. Ausbeutung der eigenen Kinder und Altenteiler) dann würde das zu höheren Kosten führen die auf die Lebensmittelpreise draufgeschlagen werden ... mehr anzeigen

von Tobias Burghardt

Auskömmliche Löhne

für die Angestellten in der Landwirtschaft. Und warum nicht für die Landwirte selbst?

von Albert Klumpe

auskömmliches Einkommen....

ich War im Januar diesen Jahres in Berlin zur „ Grünen Woche “ Der deutsche Landwirt war auch Vorort von ne hat mit seinen Traktor die halbe Hauptstadt lahmgelegt. Bei einer Diskussion mit eben diesen Landwirten wurde eines sehr schnell klar.Solange man den Argumenten der ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

SPD

Haben die sich bei Künast angesteckt? Wahrscheinlich ohne Mundschutz palavert...

von Volker Grabenhorst

Das Virus ist schlimmer als Corona, es nennt sich Dummheit und Ignoranz

von

Arbeitsmarktreformen

Die SPD vergisst wohl ihre eigene Vergangenheit! Die Arbeitsmarktreformen unter BK Schröder in den Jahren 1998 bis 2003 unter Rot /Grün haben den Grundstein für solche Praktiken gelegt! Also sollte man Leiharbeit, Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung für ALLE Branchen ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Ein paar

warme Worte auf der Suche nach Wählerstimmen......., sonst nichts ! Um wie viel möchten sie denn die Lebensmittel verteuern, wenn erst die Arbeiter besser bezahlt und bessere Bedingungen vorfinden sollen, aber dann auch noch der ausgebeutete Landwirt höhere Produktpreise erhalten ... mehr anzeigen

von Ottmar Ilchmann

Alles richtig, liebe SPD-Politiker!

Aber die Wurzel des Übels, nämlich das System der Billigproduktion für Export und günstige Lebensmittel im Einzelhandel, die wollt ihr nicht anpacken. Ist euch eigentlich bewusst, unter welchen Bedingungen und zu welchen Löhnen auch viele Bauern und ihre Familienangehörigen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Ausbeutung der Landwirtschaft

durch die Politik ist nicht selten sondern immer.

von Volker Grabenhorst

SPD auf der Palliativstation

Die Sozis und die Umfrageergebnisse. Ratten, die man in die Enge treibt, werden aggressiv.

von Rudolf Rößle

haben

in den letzten Jahren ihre gewerkschaftlichen Aufgaben nicht richtig erfüllt und müssen jetzt Hochsprung betreiben. Ich hoffe, dass sie bei der Grundrente standhaft bleiben.

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