Populismus

Argentinien lockert Exportbeschränkungen für Rindfleisch

Der argentinische Handel darf weitere Rindfleisch-Teilstücke nach China liefern. Die Ausfuhrbeschränkungen für die übrigen Abnehmerländer bleiben aber in bisheriger Form bestehen.

Argentinien hat seine Exportbeschränkungen für Rindfleisch, die die Staatsregierung im Mai als Maßnahmen gegen die Preisexplosion auf dem Inlandsmarkt in Kraft gesetzt hatte, noch weiter gelockert. Ab dieser Woche dürfen auch wieder Teilstücke von Kühen und daraus hergestellte Waren nach China geliefert werden. Diese Produktgruppen sind laut heimischen Medienberichten in Argentinien nicht absetzbar und werden speziell für den chinesischen Markt produziert.

Für Teilstücke, die für die Versorgung der argentinischen Bevölkerung wichtig sind, bleiben die bisherigen Regeln in Kraft, die seit der im Juni erfolgten Lockerung des ursprünglich vollständigen Exportverbots gelten. Dasselbe gilt für den Export in alle anderen Abnehmerländer. Demnach dürfen Argentiniens Rindfleischexporteure keine Schlachtkörperhälften, Hinterviertel, Braten-, Schulter- und Karreestücke sowie Wurst ins Ausland verkaufen. Der Export der übrigen Rindfleischstücke ist begrenzt.

Die Lieferungen zur Erfüllung der mit der Europäischen Union vereinbarten „Hilton-Quote“ sind von dem Exportverbot ausgenommen. Der argentinische Bauernverband (SRA) zeigte sich enttäuscht über die jetzt vorgenommene Lockerung. Man sei im Treffen mit Domínguez davon ausgegangen, dass der Export nach China wieder vollständig aufgenommen werde. Nun beziehe sich die Änderung aber nur auf wenige Teilstücke.

China war vor dem Inkrafttreten der Beschränkungen im Mai der mit Abstand wichtigste Abnehmer von argentinischem Rindfleisch auf dem globalen Markt. So gingen von den zusammen rund 147.000 t Rindfleisch, die das südamerikanische Land in den ersten drei Monaten dieses Jahres exportiert hatte, drei Viertel nach China.

In Brasilien wartete man unterdessen auch am Freitag noch mit inzwischen einiger Ungeduld auf die Wiederaufnahme des Rindfleischgeschäfts mit China. Die Lieferungen waren Anfang September nach der Bestätigung zweier Fälle von atypischer Boviner spongiformer Enzephalopathie (BSE) in Brasilien gemäß der zwischen den Ländern vereinbarten Gesundheitsprotokolle gestoppt worden. Demnach ruhen die Geschäfte beim Auftreten von atypischer BSE in Brasilien so lange, bis die chinesischen Behörden ihre Untersuchungen abgeschlossen haben.


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