Türkei/Russland

Chancen auf Freigabe der Schwarzmeerhäfen steigen

Russlands Präsident Wladimir Putin hält die gesamte Diskussion um die Freigabe der ukrainischen Seehäfen für „hysterisch und künstlich aufgeblasen“. Gerade verhandelte die Türkei mit dem Land.

Anscheinend „robben“ sich die Türkei und die Vereinten Nationen (UN) mit der Ukraine und Russland langsam an eine Wiederaufnahme der Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen heran. Ein bilaterales Treffen zwischen türkischen und russischen Vertretern habe in Moskau „zu konkreten Ergebnissen geführt“, hieß es jedenfalls letzte Woche in Ankara.

Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, haben sich die beiden Parteien aber lediglich darauf geeinigt, die Verhandlungen über eine sichere Transitroute im Schwarzen Meer als Voraussetzung für Getreideexporte aus der Ukraine fortzusetzen.

Für Aufsehen sorgte jedoch, dass kurz nach dem Gespräch der beiden Delegationen ein türkisches Frachtschiff den ukrainischen Hafen Mariupol verließ. Das ukrainische Verteidigungsministerium stellte jedoch klar, dass in der Frage der Freigabe der Schwarzmeerhäfen bisher keine konkreten Vereinbarungen zwischen Kiew, der UN, Moskau und Ankara getroffen worden seien. Tatsächlich sei es bisher nicht zu vierseitigen Verhandlungen gekommen.

Ein Sprecher des Verteidigungsressorts begrüßte die Bemühungen von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, betonte aber erneut, dass ukrainische Sicherheitsfragen rund um die Seehäfen und eventuelle Transitrouten geklärt werden müssten, wolle man substantielle Fortschritte bei der Wiederaufnahme der Exporte erreichen.

Ungeachtet dessen mehren sich die Zeichen für ein vierseitiges Treffen, dass „in naher“ Zukunft in Istanbul solche Fragen ausloten soll. Der Ukrainische Agrarrat (VAR) zeigte sich hinsichtlich eines solchen Treffens vorsichtig optimistisch. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Denis Marchuk stellte klar, dass man Russland nicht über den Weg traue. Allerdings bestehe ein Vertrauensverhältnis zwischen der ukrainischen und der türkischen Führung. Insofern gebe es eine Chance, dass man sich auf die Öffnung der Häfen einigen könne.

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