Marktführer

Rügenwalder Mühle verkauft erstmals mehr Fleischersatz als klassische Wurst

Der sehr frühe Einstieg von Rügenwalder Mühle in das Geschäft mit vegetarischen Fleischersatzprodukten zahlt sich aus. Erstmals verkauft das Unternehmen mehr davon als klassische Fleischwaren.

Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle hat im erstmals mehr Umsatz mit vegetarischen und veganen Fleischalternativen als mit klassischem Aufschnitt oder Teewurst gemacht. 2014 war das Familienunternehmen aus dem niedersächsischen Bad Zwischenahn als einer der ersten Fleischverarbeiter in die Produktion von Veggie-Fleisch und -Wurst eingestiegen.

Wie das Handelsblatt Geschäftsführer Michael Hähnel zitiert, habe wohl die Coronakrise dem Trend zu bewusster Ernährung mit pflanzlichen Fleischalternativen zusätzlich Schub gegeben. So habe die Firma im ersten Halbjahr ihren Absatz von vegetarischen Frikadellen oder Mortadella um 50 % steigern können.

Schon 2019 hatte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 242 Mio. € erzielt, das entsprach einem Plus von fast 15 % zum Vorjahr – auch das getrieben vom Veggie-Boom, schreibt das Handelsblatt weiter. Damit ist die Rügenwalder Mühle die Nummer sieben unter den deutschen Wurstherstellern, Branchenprimus ist mit Abstand die Zur-Mühlen-Gruppe, die zu Tönnies gehört. „Unsere klassischen Produkte bilden unser Standbein – Veggie ist unser offensives Spielbein“, sagte Hähnel laut der Zeitung weiter.

Auch Experten würden bestätigen, dass Markt und Absatz derartiger Produkte dramatisch gewachsen seien. Insbesondere Rügenwalder beherrsche inzwischen Marke und Marketing, sei offen, durchsetzungsstark und mutig. Laut Marktforschern sei der Hersteller bei Fleischalternativen Marktführer in Deutschland – mit einem Marktanteil von rund 40 %.

Inzwischen sei das Unternehmen wegen der starken Nachfrage an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen und baue die Kapazitäten kräftig aus. In diesem und im nächsten Jahr sollen jeweils 20 Mio. € in zusätzliche Anlagen fließen.

Das Volumen im deutschen Markt für Veggie-Fleisch könnte sich in diesem Jahr laut aktuellen Prognosen auf rund 400 Mio. € verdoppeln, in zehn Jahren auf 3 Mrd. € steigen, berichtet das Handelsblatt abschließend.


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In Nordrhein-Westfalen und Brandenburg hat ein nicht näher genannter Vertragspartner auf je 25 ha Sojabohnen für Rügenwalder Mühle gesät. Aktuell prüfe man, in welche Produkte das Protein passt.

Erfolg mit Fleischersatz

Rügenwalder Mühle steigert Umsatz um 14 %

vor von Alfons Deter

Besonders die neue Produktsparte der Fleischersatzprodukte bescherte Rügenwalder Mühle im abgelaufenen Geschäftsjahr steigende Umsätze. Das Unternehmen baut daher weiter aus.


Diskussionen zum Artikel

von Klaus Schonlau

Produziert heißt noch lange nicht komsumiert

Mit dem vermeindlichem Skandal bei Tönies wurde auch wieder die Fleischsubstitute gehypt. Jeder Einzelhandelskonzern hatte sich mit zahlreichen "Veggie Produkte" in seine Werbung geschmückt. Folglich mußten die Händler diese Produkte auch im Laden vorrätig haben. Inzwischen proben ... mehr anzeigen

von Berthold Lauer

So läuft's!!

Aus Unternehmenssicht alles richtig gemacht! Geringe Rohstoffkosten, hohe Marge, kein Massentierhaltungsimage, kein Skandalrisiko aus Tierhaltung und Schlachtung!

von Frank Sieweke

Mehr Umsatz!

Umsatz misst man in Geldwert und durch ,wie schon Herr Muenzebrock geschrieben hat, die immens höheren Produktpreise ist es keine Kunst, den "Umsatz" von Veggie-Produkten in die Höhe zu schrauben...

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

So macht man Geschäfte...

Die Rügenwalder Mühle hat alles richtig gemacht. Sie haben das Potenzial der unbedarften Verbraucher erkannt und sind früh in die vegane Produktion eingestiegen. Durch diverse Substitute kann man so etwas wie ein Fleischersatz herstellen und nebenbei ist es auch noch wesentlich ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Dummheit will bestraft werden -

hier straft sie sich ja selber, indem sie sich abzocken läßt. Warren Buffett formulierte es mal so: „Wenn eine Person mit Geld eine Person mit Erfahrung trifft, hat am Ende der mit Erfahrung das Geld und der mit dem Geld die Erfahrung.“

von Andreas Bahnmüller

...baue die Kapazitäten kräftig aus.

...das geschieht sicherlich alles nur umweltverträglich. Auch die Ersatzprodukte enthalten nur beste, natürliche Zutaten. Wie bescheuert ist unsere Wohlstandsgesellschaft eigentlich mittlerweile geworden.

von Wilhelm Grimm

Nun, der Verbraucher ist in Fragen der Ernährung ungebildet.

Aber was machen eigentlich die staatlich geförderten Verbraucherverbände ? Sie kritisieren die Art, wie wir die Landwirtschaft betreiben. Das kann nicht richtig sein. Wir müssten die Verbraucherverbände sponsern, das werden Andere wahrscheinlich auch machen, was ich aber nicht wissen ... mehr anzeigen

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