Mobbing von Bauernkindern: ARIWA wertet Berichte als unwahr und Lobbyarbeit

Kindermobbing Das Thema Mobbing von Bauernkindern ist neuerdings Gegenstand der medialen Auseinandersetzung von Betroffenen und Tierrechtlern. Letztere wollen den Bauern den Mund verbieten und werfen ihnen Lüge vor.
Bild: Anne Garti / pixelio.de

Eine neue Schwelle ist überschritten: In dem Streben nach Schlagzeilen und Medienhoheit verlassen Tierrechtler immer öfter ihr einschlägiges Themengebiet, den Tierschutz. So u.a. Animal Rights Watch (ARIWA), ehem. "Die Tierfreunde e.V.".
 
In einem nur schwer als ARIWA-Pressemitteilung erkennbaren Newsbericht, den viele Newsportale 1:1 übernommen haben, brandmarken die Autoren Meldungen aus dem Agrarsektor über Mobbing von Bauernkindern oder fachlich falsche Schulbücher als geplante Lobbyarbeit.
 
Nach Ansicht der Agrargegner gebe es für das Mobbing von Bauernkindern keine belastbaren Zahlen und kaum belegbare Beispiele. Die Bauernverbände stützten ihre Warnungen lediglich auf Aussagen einiger Eltern, heißt es. Bauernkinder würden dadurch von der Agrarindustrie zu Opfern gemacht, indem sie dafür missbraucht werden, „die Kritik an tierquälerischen Praktiken auszusitzen“, so die Behauptung in dem Pressetext.

"Auffallend ist auch, wie die Agrarlobby ein emotional besetztes Thema wie Mobbing als Einfallstor für Propaganda benutzt, um vermehrte Einflussnahme auf Unterrichtsinhalte einzufordern", sagt Sandra Franz, Pressesprecherin von Animal Rights Watch. So würden DBV-Präsident Joachim Rukwied und NRW-Agrarministerin Christina Schulze Föcking Falschdarstellungen der Tierhaltung in Schulbüchern beklagen. "Dabei wird von der Agrarseite gerne verschwiegen, in welch hohem Maße sie selbst Einfluss auf Schulinhalte nimmt", betont Sandra Franz.

Sie wirft dem Verein i.m.a. vor, selber Materialien herauszugeben, in denen die Tierhaltung „eindeutig beschönigend und teilweise schlicht falsch dargestellt“ wird. Ein Dorn im Auge sind den Tierrechtlern etwa Aussagen, dass Schweine in Mastanlagen in den großen Buchten genug Platz hätten und Muttersauen nach der Besamung in Gruppen gehalten würden.

"Es ist perfide, wie die Bauernlobby und Bauernfamilien ihre Kinder zu Opfern machen, um der anhaltenden gesellschaftlichen Debatte auszuweichen", poltert Franz weiter. Millionen Rinder, Schweine und Hühner würden in der Nutztierindustrie leiden. Die Aktivistin zählt dann die angeblichen Missstände und das Leid auf der Welt auf, für die die Landwirtschaft verantwortlich sein soll.

Am Ende muss aber auch Franz zugeben, dass ein gesamtgesellschaftlicher Wandel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft nur gemeinsam mit den Bauern geht. Wenn alle mitmachen, könne man sich in Zukunft mit bio-veganem Landbau „lecker und gesund rein pflanzlich ernähren“, so die Vision der Pressesprecherin.

Auslöser der ARIWA-Reaktion dürfe diese Meldung des i.m.a. sein:

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Seeger · 1.
    Selbstverständlich...

    ... gibt es Mobbing von Bauernkindern. Dies ist kein Hirngespinst oder Stimmungmache wie ARIWA hier sugerieren will (mit Stimmungmache kennt man sich dort ja bestens aus). Aber hier geht es nicht um die übliche Frotzelei unter Halbstarken wie meine Generation es auch kennenlernte. Das ging dem Lehrerskind und den Sprösslingen von Handwerkern (Gas,Wasser, Sch...) ebenso wie dem Streber und dem Turnbeutelvergesser. Aus persönlicher Erfahrung mit unseren Kindern kann ich sagen dass Mobbing heute breiter, souveräner, deutlich massiver und zielgerichteter aufgestellt ist. Wir erfuhren dass einzelne Eltern ihre Kinder geradezu mit entsprechendem Vokabular rüsteten und in keinem Jahrgang vergaßen die zuständigen Lehrer darauf hinzuweisen dass unsere heutige industrialisierte Landwirtschaft (dazu zählen alle Bereiche und Facetten konventioneller Wirtschaftsweise) umweltschädigend , recourcenzehrend und tierquälerisch ist. Einwände z.B. auf fehlerhafte Darstellungen in Schulbüchern wurden teils rigide zurechtgewiesen mit dem Argument, wenn das da zu lesen stehe dann stimme das auch. Eine zumindest in weiten Teilen zutreffende Beschreibung dieses Themas derart niederzuagitieren wie es hier von ARIWA betrieben wird zeugt von einem hohen Maß an Menschenverachtung und sollte Politik und Gesellschaft zu denken geben.

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  2. von Erwin Schmidbauer · 2.
    Mobbing...

    Vor einiger Zeit habe ich mal die belegten Beispiele für Mobbing an (...) Schülern zusammengezählt. Dazu gibt es ca. ein einziges Beispiel pro Jahr. Trotzdem hat dieses absolute Randthema es ins Fernsehen geschafft und war politisch brisant, Vielleicht sollten man eine "Datenbank" des Mobbings von Bauernkindern schaffen, damit man mit belastbaren Zahlen gegen die Polemik (heute nennt man das wohl Fake News) von ARIWA vorgehen kann. Das wäre doch mal eine interessante Aufgabe für TA, die Beispiele zu sammeln! Also einen öffentlichen Aufruf zu starten, dieses Mobbing zu melden.

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  3. von Wilhelm Gebken · 3.
    Zitat: "Wenn alle mitmachen, könne man sich in Zukunft mit bio-veganem Landbau „lecker und gesund rein pflanzlich ernähren“, so die Vision der Pressesprecherin."

    Klar, die ca. 500 Millionen Überlebenden des vorhergehenden bestialisches Massakers können das tun. Die anderen 6, 5 Milliarden müssen aber vorher im wahrste Sinne des Wortes ins Gras beißen. Da sind dann alle die gut dran, die eine Badewanne haben. Denn solch ein Volumen muss jeder der täglichen 7 Gras-smoothies haben, damit der sich "gesund und lecker" ernährende Bio-Veganer genügend Energie aufnimmt, damit er in etwa die Gehirnleistung einer Kuh erreichen kann. Liest man den obigen Text scheint sicher zu sein, dass diese Leute sich schon heute so ernähren.

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Mißverständnis!

    Leute, das beruht doch alles auf ein Mißverständnis. Auch die "liebe" Sandra sitzt da einem Mißverständnis gegenüber der restlichen Bevölkerung auf. Wir sind doch alle zumindest Vegetarier. Second-Hand-Vegetarier zwar, aber trotzdem Vegetarier. Sie muß es nur so sehen, daß das "Gras fressen" halt mal so seine Umwege nimmt. Also liebe Sandra sieh das so: die Kuh frißt Gras und die Kuh ....... Oder anders ausgedrückt, ich habe auch Kartoffeln gern - wenn sie die Sau gefressen hat. :-) Oder bist du nur neidisch? Ein Freund sagt immer: "Der Indianer würde zu einem Vegetarier/Veganer sagen, ah bist du schlechter Jäger. Also nur keinen falschen Neid. :-)

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  5. von Ahrend Höper · 5.
    Sandra Franz, Pressesprecherin von Animal Rights Watch

    kann ja weder als Pressesprecherin noch mit ihrer persönlichen bioveganen Vision von „lecker und gesund rein pflanzlich ernähren“ als Person ernst genommen werden! Wer so aus der Luft gegriffenen haltlose Argumente wie im Artikel von sich gibt , hat anscheinend auch die Bedeutung von "Mobbing" nicht begriffen. Das Mobbing von Bauernkindern zu solch Formen aufläuft ist auch der aktuellen Politik der absolut unfähigen BUM Hendricks geschuldet, die als Sprachrohr von NGO`s Miller´s und Tschimbke´s einen Keil in die Bevölkerung der BRD treibt. Dass Kanzlerin Merkel als oberstes Organ der amtierenden Politiker diesem Treiben ihrer BUM Hendriks tatenlos zusieht ist schlichtweg eine der größten menschlichen Katastrophe in der 70 jährigen Geschichte der Politik der BRD. Ohne mit der Wimper zu zucken läßt BK Merkel ihr treuestes Wählerpotenzial von der BUM Hendriks, den Grünen und den NGO´s so verunglimpfen und durch den Dreck ziehen!

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  6. von Berthold Lauer · 6.

    Ergänzung zu Matthias Zahn: Vor allem gibt es keinen Grund,sich moralisch überlegen zu fühlen!

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  7. von Hans-Heinrich Wemken · 7.

    Es ist doch jedem Bürger freigestellt sich "biovegan "von Kohl , Steckrüben und Kartoffeln zu ernähren ! Aber natürlich erst nachdem die Kohlraupen und Kartoffelkäfer ihre Entwicklung ungestört vollendet haben und in ihre Verpuppungsphase eingetreten sind . Sollten diese schützenswerten Schöpfungen nichts übergelassen haben, so hat der Veganer immer noch die Möglichkeit konsequenterweise ins " Gras zu beißen ".

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  8. von Matthias Zahn · 8.
    Rein pflanzliche Ernährung?

    Worin liegt eigentlich der Unterschied ob man Tiere oder Pflanzen isst? Sind Pflanzen nicht auch Lebewesen? Sie kommunizieren untereinander, wehren sich gegen Feinde und sondern bei Stress Duft- und Botenstoffe aus um tierische Helfer wie Ameisen zur Hilfe zu holen! Also nur weil sie fest verwurzelt sind und nicht schreien können, sind es im engeren Sinne doch auch Lebewesen! Da man aber als Tierrechtler ja von irgendwas Leben muss, werden Pflanzen nicht als Lebewesen anerkannt. Letztenendes MÜSSEN wir alle, andere Lebewesen konsumieren um selbst am Leben zu bleiben. Egal ob Tier oder Pflanze. Es gibt auf der unteren Betrachtungsweise keinen Unterschied.

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