Frankreichs Bauern protestieren gegen Mercosur

Emanuel Macron Emanuel Macron
Bild: EU-Kommission

In Frankreich sind vergangene Woche zigtausende Landwirte gegen das geplante Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur auf die Straße gegangen. Zum landesweiten Aktionstag hatten der französische Bauernverband (FNSEA) und dessen Junglandwirteorganisation (JA) aufgerufen.

Nach deren Angaben beteiligten sich mehr als 20.000 Bauern in fast 90 Départements an den Protesten, die vielfach vor den Präfekturen, also dem Sitz des obersten Repräsentanten des Zentralstaates, stattfanden. Die Landwirte kritisieren insbesondere die vorgesehene zollfreie Einfuhrquote für Rind- und Geflügelfleisch, Zucker sowie Ethanol für die Mercosur-Staaten. Diese Produkte würden dort nicht unter den strengen Gesundheits-, Sozial- und Umweltvorschriften der EU produziert und würden aufgrund des unfairen Wettbewerbs zur Schließung von tausenden Höfen in den EU-Mitgliedstaaten führen, warnte der FNSEA.
 
Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützte die französischen Bauern ausdrücklich in ihrer Haltung. DBV-Präsident Joachim Rukwied betonte, dass die französischen Kollegen „unsere volle Solidarität“ haben. Der jetzige Stand der Verhandlungen gehe zu sehr zu Lasten der Bauern in Europa.

Bei einem seit längerem geplanten Treffen mit Junglandwirten im Elysée-Palast versicherte derweil Frankreichs Präsident Emanuel Macron am vergangenen Donnerstag, „dass es Hormonfleisch von Rindern in Frankreich nie geben wird“. Auch solle es durch das Mercosur-Abkommen keine Abstriche bei den Qualitäts-, Sozial-, Umwelt- oder Hygienestandards geben. Er werde intensiv daran arbeiten, dass „gute Grenzkontrollen“ die Rückverfolgbarkeit der Ware und die Einhaltung der Standards sicherstellten, so Macron.

Den Junglandwirten versprach er zudem ein Kreditprogramm in Höhe von 1 Mrd Euro. Aufgebracht sind die Landwirte im Nachbarland aber nicht nur wegen des aus ihrer Sicht existenzbedrohenden Freihandelsabkommens, sondern auch wegen des jüngst vorgestellten nationalen Wolfsmanagementplans oder der Neueinteilung von benachteiligten Gebieten.

FNSEA-Präsidentin Christiane Lambert kündigte deshalb an, bei der am vergangenen Samstag begonnenen Pariser Agrarmesse „Salon de l’Agriculture“ das Gespräch mit allen anwesenden Politikern zu suchen.

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