Klöckner will Landwirtschaft wettbewerbsfähig aufstellen

Julia Klöckner kehrt im Falle der Zustimmung der SPD zur Groko nach 7 Jahren ins Bundeslandwirtschaftsministerin zurück, diesmal als Chefin.
Bild: CDU Rheinland-Pfalz

Die designierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) betont am Tag nach ihrer Nominierung, dass sie die Landwirtschaft wettbewerbsfähig aufstellen will. Was sie anders machen will als Christian Schmidt (CSU), verrät sie noch nicht. Hauptthemen werden Tierwohl, Ernährungsbildung und Pflanzenschutz sein.

Sichtlich erfreut und gelöst hat die designierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach ihrer Benennung durch Angela Merkel am Sonntagabend zahlreiche Interviews in Funk und Fernsehen gegeben. Zur Agrarpolitik äußerte sie sich am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Auf die Frage, was sie anders als ihr Vorgänger Christian Schmidt machen wolle, sagte sie: „Ich muss erst mal ankommen und schaue mir an, was vor uns liegt“.

Sie habe den Koalitionsvertrag mitverhandelt, betonte sie weiter. „Was unsere drei Hauptaufgaben sein werden, sind zum Beispiel das Thema Tierwohl, Tierwohl-Label, dass der Verbraucher erkennen kann, wo zum Beispiel das Fleisch herkommt, was er kauft, wie die Tiere gehalten worden sind“. Außerdem werde sie sich um das Thema Ernährungsbildung kümmern, dabei sollen die Aspekte Herkunft der Nahrungsmittel und Lebensmittelverschwendung im Vordergrund stehen. „Und ein weiteres wird sein, dass wir unsere Landwirtschaft wettbewerbsfähig in Zeiten auch der Modernisierung und Digitalisierung aufstellen“, sagte Klöckner.

Auf die Frage nach dem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ausstieg aus der Nutzung von Glyphosat reagierte Klöckner in dem Interview vorsichtig. „Ja, es steht da drin zum Thema Pflanzenschutzmittel, das wir vor allen Dingen Alternativen brauchen, dass wir die Forschung intensivieren müssen und mit der sogenannten Präzisionslandwirtschaft dann auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren können“, sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Klöckner am Sonntagnachmittag offiziell als designierte Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft ernannt, sofern es zur Bildung einer Großen Koalition mit der SPD kommt. Sie sei „gerade in den Bereichen Ländliche Räume, Entwicklung und Ernährungssicherheit immer schon verankert gewesen“, sagte Merkel über Klöckner bei der Pressekonferenz.

Klöckner war bereits unter Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) von 2009 bis 2011 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Damals hatte sie sich dort vor allem mit dem Lebensmittelbereich und der Lebensmittelkennzeichnung befasst. Die 45-Jährige war bisher CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Rheinland-Pfalz, das Amt will sie mit dem Eintritt ins Bundeskabinett aufgeben.

Klöckner stammt aus einer Winzerfamilie an der Nahe im Landkreis Bad Kreuznach. Sie hat Politikwissenschaft, katholische Theologie und Pädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert. In der Amtszeit 1995/96 war sie Deutsche Weinkönigin. Bevor sie hauptberuflich in die Politik wechselte, arbeitete sie als Journalistin und war unter anderem Redakteurin für zwei Fachzeitschriften für Weinbau.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hans Merk · 1.
    Komisch - immer wenn einer angekommen ist

    muß er wieder gehen. Tschüs Schmidt, jetzt wo er mir langsam gefallen hat.

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  2. von Gerd Uken · 2.
    Wer wird Staatssekretär?

    Wieso ? Geht Aeikens?

    Anmerkung der Redaktion:
    Im Rahmen der Regierungsbildung werden neben dem Minister auch die Parlamentarischen und damit politischen Staatssekretäre neu ernannt. Im BMEL sind das bisher Peter Bleser (CDU) und Maria Flachsbarth (CDU). Herrmann Aeikens ist der beamtete Staatssekretär im BMEL, er bleibt zunächst von der Regierungsbildung unberührt. Allerdings haben die Agrarminister in der Vergangenheit oft die beamteten Staatssekretäre später ausgetauscht, Ilse Aigner zum Beispiel hat Gert Lindemann gegen Robert Kloos ausgewechselt und Christian Schmidt hat dann wiederrum Robert Kloos gegen Herrmann Aeikens ausgewechselt.

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  3. von Jörg Meyer · 3.
    Wer wird Staatssekretär?

    das ist für das fachliche viel wichtiger! Frau Klöckner muss hier nicht schon mal Schweine getrieben haben! Wie sagte Frau Merkel gestern so schön: Eine Umweltminister muss auch nicht alle Umwelt-NGOs vor Amtsantritt besucht haben..

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  4. von Christian Bothe · 4.

    Ich denke Frau Klöckner ist eine gute Wahl und Probleme der Land-und Nahrungsgüterwirtschaft einschließlich deren medialer Darstellung in der Öffentlichkeit dürften ihr ja bekannt sein.

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  5. von Andreas Gerner · 5.
    geeignet?

    Seit Frau Klöckner 2016 bei Günther Jauch rein gar nichts mit der Frage zum Bruttoinlandsprodukt anfangen konnte, bin ich doch sehr am zweifeln, ob sie sich für die Bundespolitik eignet. Es gibt ja auch keine analphabeten Deutschlehrer oder blinde Busfahrer.

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  6. von Gerd Uken · 6.
    Dann wollen wir mal,hoffen ,,dass sie gut ankommt im März und die SPD der Groko zustimmt.

    Die Düngeverordnung wird sie wohl nicht wieder zurückdrehen können- weil ja EU Vorgabe. Aber es dürften noch genügend andere Baustellen.

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