Schmidt befürwortet Wolfsjagd

Wolf Wolf
Bild: NDR
Bundesagrarminister Christian Schmidt will die wachsende Zahl der Wölfe mit einer "beschränkten Abschussfreigabe" begrenzen. "So etwas brauchen wir auch in Deutschland", forderte der CSU-Politiker in der Passauer Neuen Presse. Andere Länder planten bereits, Wölfe in begrenzter Zahl zum Abschuss freizugeben.

"Der Wolf ist kein jagbares Wild, aber eine Regulierung des Bestandes muss möglich sein", sagte Schmidt der Zeitung. Wölfe hätten in Deutschland keine natürlichen Feinde. "In einem dicht besiedelten Land wie bei uns müssen der Ausbreitung Grenzen gesetzt werden." Es müsse gehandelt werden.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt seit Jahren an. Im Monitoring-Jahr 2015/2016 waren es laut Bundesamt für Naturschutz 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere. Sachsen hat bereits entsprechende Regelungen. Tiere, die aggressiv gegenüber Menschen auftreten und wiederholt und trotz Schutzmaßnahmen Nutztiere reißen, können dort in Ausnahmefällen vergrämt oder abgeschossen werden.

Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte Schmidts Vorschlag. Wer nach Abschüssen und Wolfsobergrenzen schreie, lenke von den eigentlichen, strukturellen Problemen ab, mit denen etwa Schafshalter zu kämpfen hätten und für die es Lösungen brauche, sagte Moritz Klose, Wildtierreferent beim WWF Deutschland. Stattdessen solle mehr darüber nachgedacht werden, wie Herden, die im Freien weiden, besser geschützt werden können. Die Tierhaltung im Freien ist laut der Organisation gesünder und ökologischer und solle daher unterstützt werden. Daher fordert Klose "schnelle, unbürokratische Ausgleichszahlungen bei gerissenen Tieren".

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Heino Fullriede · 1.
    Es ist eine Frage der Zeit

    bis ein Mensch (Kind) angegriffen wird ! Dann sind alle Wolfsbefürworter auf einmal vom Erdboden verschwunden. Schuld haben dann wieder die ANDEREN!

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  2. von Willy Toft · 2.
    Also doch kein Vorstadt- Bild, der Wolf vor der Haustür?

    Herr Schmidt täte gut daran, auf seinen Verstand zu hören! Bei weiterer Ausbreitung, in unserem dicht besiedelten Land, hätten wir bald mehr Arbeitsaufwand mit der Abwicklung mit den Schäden, als was die Bürokraten schaffen können. Wolfszäune gibt es nicht, der findet immer eine Lücke, bzw. springt sehr hoch! Sobald ein Mensch durch einen Wolf Schaden nimmt, wird das Geschrei groß sein, und alle guten Vorsätze werden Ad Acta gelegt! Ich hoffe immer noch, dass die Vernunft siegt!

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