BHV1-Chaos in NRW droht weitere Verzögerung


Bild: Archiv

Auf der Zielgeraden zur BHV1-Freiheit in Nordrhein-Westfalen kommt es noch einmal zu Verzögerungen: Mit den Anträgen für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln will sich die EU-Kommission wohl erst im Mai beschäftigen.
 
Nachdem die letzten mit BHV1 (Rinderherpes) infizierten Rinder aus den Beständen im Bezirk Düsseldorf entfernt wurden, hat das Landwirtschaftsministerium NRW auch für diese Region den Antrag auf Anerkennung als freies Gebiet bei der EU-Kommission gestellt. Der Antrag für den Bezirk Köln konnte bereits im Januar gestellt werden.

Bisher wurde der Antrag für den Bezirk Köln noch nicht im zuständigen Ausschuss bei der Kommission zur Abstimmung gestellt. „Das Datum ist noch offen, im Gespräch ist jetzt ein gemeinsamer Termin Mitte Mai für beide Anträge. Ich werde mich bei der Kommission dafür einsetzen, dass die Anträge bereits früher auf die Tagesordnung kommen," erklärte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel.
 
Darauf reagierte der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Conzen, mit Bestürzen. Selbst nach dem üblichen Zeitplan wäre zu erwarten gewesen, dass zumindest der Antrag für den Regierungsbezirk Köln in der Ausschuss-Sitzung Anfang März behandelt worden wäre.
 
Bei einer weiteren Verzögerung drohen den fast 5.000 Rinderhaltern im Rheinland erhebliche Nachteile bei der Verbringung und beim Absatz von Rindern, der eng verbunden mit den Nachbarregionen ist. Conzen: „Wie soll ich einem Landwirt aus der Eifel erklären, dass er im kommenden Frühjahr keine Rinder nach Rheinland-Pfalz auf die Weide bringen kann ohne 30 Tage Quarantäne und kostenträchtige Blutuntersuchungen, nur weil Brüssel sich geschlagene vier Monate Zeit lässt, um einen Antrag aus NRW auf die Tagesordnung zu setzen?“ Der RLV-Präsident kündigte an, die Europaabgeordneten aus der Region auf den Vorgang hinzuweisen und sich dafür einzusetzen, dass die Anträge in Brüssel früher auf die Tagesordnung kommen.
 
BHV1 ist eine Herpes-Infektion der Rinder, die nicht auf den Menschen übertragbar ist, jedoch zu Erkrankungen und Leistungseinbußen bei infizierten Tieren führen kann. Rinder aus betroffenen Regionen dürfen nach EU-Recht nicht oder nur unter drakonischen Auflagen in freie Gebiete verbracht werden.
 
 

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