Bio-Schweinehalter bei ASP-Ausbruch in Existenz bedroht

Ökoschweine Ökoschweine
Bild: Imhäuser

Beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist der Zusammenbruch bestehender Markt- und Handelsbeziehungen sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Schweinefleischmarkt zu befürchten. Insbesondere ökologisch wirtschaftende Schweinehalter wären im Seuchenfall aufgrund der zahlreichen zusätzlichen Haltungsbestimmungen der EU-Ökoverordnung in besonderem Maße in ihrer Existenz bedroht. Davor warnen die Vertreter der Thüringer Bio-Branche in einem offenen Brief an die zuständigen Thüringer Ministerien und Fachausschüsse des Landtags.

Bio-Schweinehalter müssten u.a. Weide- oder Freigeländezugang bzw. Auslauf gewährleisten, was im Seuchenfall nicht mehr möglich wäre. Auch die Nutzung von betriebseigenen Grünfutter, Heu und Stroh im gefährdeten Gebiet würde verboten werden, so dass möglicherweise auf konventionelle Raufutter- und Betriebsmittel zurückgegriffen werden müsste. Hinzu kommt laut den Biobauern, dass es im Falle von temporären oder absoluten Transportverboten im gefährdeten Gebiet in den Bio-Schweinehaltungsbetrieben mit eigener Nachzucht erhebliche Kapazitätsprobleme bezüglich der Stallflächen geben kann.

Die Vertreter der Thüringer Biobranche – der Thüringer Ökoherz e.V., der Thüringer Bauernverband e.V. und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland sowie die in Thüringen aktiven Anbauverbänden Biokreis e.V., Bioland e.V., Demeter e.V., Gäa e.V. und Naturland e.V. – fordern daher in ihrem Schreiben, diese Besonderheiten zu berücksichtigen. Dazu gehören Lösungen mit Augenmaß ebenso, wie die Erteilung von Ausnahmeregelungen seitens der zuständigen Behörden, um den Schaden zu minimieren und die Möglichkeit der Beibehaltung des Status als Öko-Tiere zu gewährleisten. Auch anfallende Mehrkosten, z.B. durch den Zukauf der sonst eigenen Betriebsmittel, sind zu erstatten und durch staatliche Zuschüsse die Existenz der Landwirte zu sichern.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    @ R. Huber..

    lieber vorher mal kurz aber laut schreien als hinterher lange jammern. Und: Übertreibung veranschaulicht....

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Richard Huber · 2.
    Die Ökoschweinehalter wollen also schon vorab

    mit staatlichen Steuergeldern ihre Produktion sichern, obwohl auch die konventionellen Betriebe im Seuchenfall in ihrer Existenz stark bedroht wären. Gleiches Recht für alle !!!

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Paul Siewecke · 3.
    Da gibt es Ungereimtheiten!

    Das Verbot von betriebseigenem Grünfutter könnte ich noch nachvollziehen, schließlich komm´t es frisch aus dem Außenbereich. Kommt es bei den konventionellen aber auch! Also nix mit Zukauf....! Heu und Stroh, sowie Hauptfuttermittel müssen auch bei Öko-Schweinebetrieben sicher und unzugänglich für Wildtiere gelagert werden genauso wie bei den konventionellen Kollegen. Was also soll da ein Verbot bringen, außer, dass man sich über Zukauffutter die entsprechenden Erreger einschleppt??? Lösungen mit Augenmaß zu fordern ist zwar richtig, aber dann bitte mit Vorschlägen! Was soll der Outdoor-Sauenhalter den machen, wenn kein Stall verfügbar ist, etwas alles zum Schlachthof bringen? Was ist mit den Arche-Projekten, der Erhaltungszüchtung von alten Haustierrassen? Einfach keulen und damit das Aussterben einer Rasse in Kauf nehmen? Sinnvoller ist doch die Prävention, z.B. ein Verbot des Verbringens von potentiell infektiösen Lebens- und Futtermitteln. Aber das wäre ja gegen das Profitinteresse gewisser gewissensloser Großhändler....

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