Potenzial der Eco-Schemes

Agrarreform: Umweltleistung als Betriebszweig

Eco-Schemes dürften für Bauern in Zukunft gute Anreize bieten, mehr Umweltleistungen zu erbringen. Es gilt jetzt, Gewinner und Verlierer bei den Maßnahmen zu vermeiden. Ein Überblick...

Der Fachbeitrag von Annegret Grafen und Gerald Wehde ist zuerst erschienen im bioland-Fachmagazin 3/2020:

Der Schutz von Umwelt, Artenvielfalt und Klima könnte zum Betriebszweig mit attraktiver Honorierung werden. Die in der europäischen Agrarreform vorgesehenen Eco-Schemes bergen großes Potenzial, die europäische Landwirtschaft umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. So lautet das Fazit eines aktuellen Berichts, den das FiBL und das britische Institut für Europäische Umweltpolitik IEEP im Auftrag der IFOAM EU-Gruppe geschrieben haben.

Die Eco-Schemes – auf Deutsch auch als Öko-Regeln bezeichnet – sind Teil der „Grünen Architektur“ der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Maßnahmen sind – anders als die bisherigen Agrarumweltmaßnahmen – in der Ersten Säule der EU-Agrarpolitik angesiedelt. Mithilfe des neuen Politikinstruments können Landwirte für umwelt-, klima- und tierfreundliches Handeln honoriert werden. Die Mitgliedstaaten müssen solche Programme anbieten, die Bauern haben einen Rechtsanspruch darauf, können selbst aber frei entscheiden, ob sie daran teilnehmen wollen oder nicht.

Als Teil der Ersten Säule werden die Eco-Schemes jährlich programmiert und sie sind zu 100 Prozent von der EU finanziert. „Die Eco-Schemes sind die wichtigste Innovation der neuen GAP“, sagte Dr. Matthias Stolze vom FiBL bei der Vorstellung der Studie auf der Biofach, „sie haben großes Potenzial zur Umgestaltung der europäischen Landwirtschaft in ein nachhaltiges System.“

Dass das neue Instrument in der Ersten Säule verortet ist, nannte er einen Vorteil, denn in diesem Topf liegt weitaus mehr Geld als in der Zweiten Säule. Zudem müssen sich die Mitgliedstaaten, in Deutschland auch die Länder, nicht an der Finanzierung der Programme beteiligen. „Die Mitgliedstaaten haben mit den Eco-Schemes viele Möglichkeiten, beide Säulen zu kombinieren“, so Stolze. Für die Ausgestaltung der Maßnahmen sind die Mitgliedstaaten zuständig, Brüssel macht keine inhaltlichen Vorgaben. In Deutschland werden Bund und Länder die Eco-Schemes in einem gemeinsamen Strategieplan formulieren. „Die Mitgliedstaaten können...


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