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Kartoffelmarkt

Tiroler Bauer liefert ägyptische Kartoffel

Seit Wochen rügt die Bauernvertretung den Handel, dass dieser heuer erneut auf ausländische Frühkartoffeln trotz genügend heimischer Ware setzt. Nun flog auf, dass ein Tiroler Bauer und Händler ägyptische Kartoffeln für die MPreis-Kette abfüllt. Das Pikante daran: Der Mann kandidiert bei der laufenden LK-Wahl für ein Mandat.

Lesezeit: 3 Minuten

Über 2000 t Kartoffel aus Tirol drohen wegen der geschlossenen Gastronomie und des ausgefallenen Tourismus zu verrotten, beklagte vor einem guten Monat die LK Tirol via Aussendung. "Ziel muss es sein, die Erdäpfel nun über unsere Nahversorger rasch an die Konsumentinnen und Konsumenten zu bringen", sagte damals LK-Präsident und Abg.z.NR Josef Hechenberger. Aufwendig produzierte und hochwertige Lebensmittel in der Biogasanlage zu verwerten oder einzuackern sei keine Option, fügte er hinzu. Kürzlich kritisierte der Kammerpräsident dann dezitiert ägyptische Kartoffeln um 1,99 €/kg.

Auch die LK-NÖ beklagte jüngst, dass einzelne Lebensmittelketten lieber auf ausländische Billigware statt auf heimische Qualitätserdäpfel setzen. Durch einen Bericht der "Kronen Zeitung" flog nun auf, dass just ein Tiroler Kartoffelbauer und Händler ägyptische Ware verpackt und an MPreis lieferte. Auf Facebook wird heftig darüber debattiert, da es sich bei dem Abpacker um Romed Ginner, der sich um eine Mandat bei der laufenden Tiroler Kammerwahl bewirbt, handelt. Im Bezirk Innsbruck-Land steht er am zweiten Listenpaltz des Tiroler Bauernbundes.

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Bauer und Händler: Wenn MPreis fragt, wird geliefert

Romed Giner ist auf die Kritik bereits eingegangen. Er sei nicht nur Produzent, sondern auch Packstation und Händler: „Wenn dezidiert der Wunsch der Handelsketten, in dem Fall der Firma MPreis, im März nach neuer, ausländischer Ernte besteht, wohl wissend, dass noch genug heimische Ware verfügbar ist, dann kommen wir diesem nach. Wir bieten diese Ware nicht aktiv an“, verteidigte sich Giner gegenüber den Tiroler Regionalmedien.

Gerade um Landwirten, die wegen des Corona-Lockdowns ihre Produkte nicht absetzen konnten wurde der "Umsatzersatz für indirekt betroffene Landwirte" auf für die Kartoffelbauern geöffnet. Und dann verkauft ein Erdäpfelbauer ausländische Kartoffel?

Von "ungut" bis "schäbig" und "Umpacken im ÖVP-Umfeld"

Der Chef des Österreichischen Bauernbundes und ÖVP-Agrarsprecher im Parlament, Abg.z.NR DI Georg Strasser, zeigte gegenüber top agrar Österreich Verständnis für die Zwänge des Handelszulieferers, wiewohl er er die Optik im gegenständlichen Fall tatsächlich als "ungut" taxiert.

Weitaus härter fällt die Kritik der Grünen aus. So sah die Spitzenkandidatin Brigitte Amort der Grünen Bäuerinnen und Bauern das Abpacken und den Verkauf von ägyptischen Kartoffeln in Tirol als "schäbig" an, da in Osttirol tausende Tonnen heimische Kartoffel auf Abnehmer warten und dabei langsam verderben. Dies vor allem, da Ginner im Bezirk Innsbruck-Land am zweiten Listenpaltz des Bauernbundes antritt: „Von Regionalität sprechen und in Wirklichkeit mit dem Gegenteil Geld verdienen. Das ist einfach letztklassig und zeigt einmal mehr, dass der Bauernbund den Landwirteinnen und Landwirten von vorne bis hinten was vorgaukelt. Mich widert es wirklich an, dass heimische Landwirte in der schwierigen Phase von der Landwirtschaftskammer im Stich gelassen werden und hintenherum ein Geschäft mit Importen gemacht wird“, so Amort via Aussendung.

Für die FPÖ meldete sich gar Generalsekretär und Abg.z.NR Michael Schnedlitz, selbst praktizierender Landwirt, zu Wort. In seiner Aussendung sieht er einen "Erdäpfelskandal" und hält - anspielend auf den laufenden Maskenskandal bei Hygiene-Austria - plakativ fest, dass "Umverpacken von Waren aller Art wohl der letzte Schrei im Umfeld der ÖVP" sei.

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