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BayWa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 GAP-Vereinfachungen

Maßnahmen gegen Teuerung

"Entlastungspaket greift viel zu kurz"

Die gestern von Finanzminister Brunner und Energieministerin Gewessler präsentierten Maßnahmen gegen hohe Energiepreise und Teuerung stoßen bei der bäuerlichen Interessenvertretung auf Gegenwehr.

Lesezeit: 4 Minuten

Bauernbund-Chef Georg Strasser lobt zwar grundsätzlich die beabsichtigte Entlastung beim Diesel: „Mit dem heute präsentierten Energiepaket soll auch die Land- und Forstwirtschaft mit einem Agrardiesel-Kostenausgleich entlastet werden.“ Die Details sollen im Rahmen der europarechtlichen Möglichkeiten in den kommenden Tagen erarbeitet. „Die Kompensation soll aufgrund von Pauschalwerten je Hektar und Bewirtschaftungsart erfolgen und vorerst bis 30. Juni 2023 befristet sein. Das ist ein dringend notwendiger Schritt“, erklärt Strasser. Doch er betont gleichzeitig: „Um die Lebensmittelversorgung aufrecht erhalten zu können, brauchen wir ein wirksames Maßnahmenpaket und einen konkreten Plan, wie wir die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs abfedern.“

40 % Ernteeinbußen stehen im Raum

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Leere Regale seien derzeit die größte Sorge der Österreicher. „Düngemittel sind knapp, ohne diese könnten uns im Ackerbau Ernteeinbußen von bis zu 40 Prozent bevorstehen. Zudem ist die Land- und Forstwirtschaft abhängig von der Witterung. Schon jetzt ist es allerorts viel zu trocken. Wenn Tiere weiterhin in unseren Ställen stehen und die Felder jetzt bestellt werden sollen, braucht es Ausgleichsmaßnahmen in einem wirksamen Paket. Dieses Paket muss die Herausforderungen entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette – vom Hof bis zum Teller – betrachten,“ so Strasser.

Deutliche Worte finden auch die Bauernbundspitzen von NÖ, Stephan Pernkopf und Paul Nemecek: „Die Produktionskosten bei Diesel, Dünger- und Futtermittel haben sich mittlerweile verdoppelt bis verdreifacht. Ein Beispiel: Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb muss mit zusätzlichen Treibstoffkosten von 1500 Euro kalkulieren. Die Entlastung beträgt lediglich 150 Euro. Andere EU-Länder, wie beispielsweise Frankreich, stellen ihren Landwirten viel höher dotierte Sonderpakete zur Verfügung. Österreich nutzt den von der EU eingeräumten Spielraum bei Entlastungen im Lebensmittelbereich keinesfalls ausreichend aus“, schlagen Pernkopf und Nemecek im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher und für eine systemrelevante Landwirtschaft Alarm. Der Niederösterreichische Bauernbund fordert die Bundesregierung daher auf ein Versorgungssicherheitspaket zu schnüren.

Und der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), Josef Moosbrugger kritisiert: „Die für die Landwirtschaft vorgesehene ‚Entlastung‘ liegt im Gegensatz zu anderen Sektoren noch völlig im Ungewissen und wird der prekären Lage der heimischen Bauernfamilien somit vorerst nicht gerecht.“

Die massiven Steigerungen der Produktionskosten würden für viele Familien eine massive Einkommenskürzung und reale Bedrohung ihrer Existenz bedetuen. Viele unserer Bauernfamilien würden sich nicht mehr imstande sehen, die Kosten für Saatgut, Energie, Düngemittel, Pflanzenschutz, Tierarzt, Futtermittel und Investitionen in Maschinen und Geräte zu stemmen.

„Selbst wenn in einigen Sparten die Notierungen für landwirtschaftliche Rohstoffe derzeit steigen, decken diese die Produktionskosten bei weitem nicht ab. Niemand kann garantieren, ob und in welchem Ausmaß die publizierten Notierungen überhaupt bei den Bauern ankommen“, erklärt Moosbrugger. Es bestehe die reale Gefahr, dass noch mehr Betriebe mangels finanzieller Reserven die Produktion zur Gänze und für immer einstellen“, erklärt Moosbrugger. „Österreich läuft damit Gefahr, sich auch bei Lebensmitteln noch stärker von Importen abhängig zu machen. Corona und der Krieg in Europa führen uns jedoch vor Augen, welch entscheidender Sicherheitsfaktor eine stabile Eigenversorgung ist“, so der LKÖ-Präsident.

Massive Senkung der Mineralölsteuer gefordert

"Eine massive Senkung der Mineralölsteuer in der Landwirtschaft ist zwingend erforderlich, weil die Kostensteigerung auf einem einzigen Hektar durchschnittlich ca. 350,- Euro bedeutet. Das gilt umso mehr, als die österreichischen Bäuerinnen und Bauern schon bisher eine deutlich höhere Mineralölsteuer als viele ihrer europäischen Kollegen tragen müssen“, fordert Moosbrugger. „Offenbar haben Teile der Bundesregierung ein ideologisches Problem mit der Senkung der Besteuerung von Treibstoffen für die Landwirtschaft. Sie verkennen allerdings die Tatsache, dass Bäuerinnen und Bauern nicht zum Spaß auf Feldern und Wiesen fahren, sondern weil sie Lebensmittel produzieren wollen“, unterstreicht der LKÖ-Präsident.

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