Die Demos gehen weiter

Bauernprotest in den Niederlanden: „Genug geredet!“

Unter dem Motto „Genug geredet“ protestieren am Mittwoch die niederländischen Landwirte an verschiedenen Orten des Landes. Auch hunderte Berufskollegen aus Deutschland sind ins Nachbarland gefahren.

Die protestierenden Bauern konzentrieren sich auf verschiedene Regierungsgebäude in den Niederlanden. In Leeuwarden sammeln sich die Demonstranten und Traktoren am Cjib und Rijkswaterstaat. In Groningen ist das Amt der Steuerbehörde und das Gericht das Ziel. Vor den Protesten am Mittwoch hatten die landwirtschaftlichen Interessengruppen noch einmal mit Ministerpräsident Mark Rutte und Landwirtschaftsministerin Carola Schouten gesprochen. "Wir könnten die Aktion immer noch abbrechen, aber wir haben bereits genug geredet, nun müssen Taten folgen“, heißt es aus Kreisen der Organisatoren.

Unter dem Druck der vorangegangen Aktionen hatten die Niederlande der Verbindung "Farmers Defence Force" die heutige Demonstration untersagt, weshalb die Organisation nun CBL, eine Verbindung Niederländischer Tiefbauunternehmer, übernommen hat, heißt es in einer Pressemitteilung vom Land schafft Verbindungs-Team „Grenzregion zu den Niederlanden". Einige deutsche Polizisten begleiten die Konvois, um Sprachbarrieren zu vermeiden. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen wie der Niederländischen Polizei verlaufe kooperativ und reibungslos.

Demo

(Bildquelle: Tim Hörnemann)

Bauern blockieren Autobahn

„Wir haben zum Teil massive Rückstaus auf den Bundesstraßen 402 und 403 sowie auf der Autobahn 30", sagte eine Sprecherin der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim am Mittwochmittag. Es wird zudem von "blockierten Grenzübergängen" gesprochen. Landwirte sollen zudem die zwischen Hannover und Amsterdam verlaufende Autobahn, die in den Niederlanden die A 1 ist, an der Auffahrt de Lutte, blockiert haben.

Protest in Den Haag

Am Dienstagabend fuhren Bauern mit Hunderten von Traktoren zum Binnenhof nach Den Haag – das Zentrum der niederländischen Politik. Auf dem Vorplatz sind die Landwirte von der Polizei aufgehalten worden. Die Demonstrationen der Bauern am Dienstagabend sind im Vorfeld nicht angekündigt worden. Landwirte auf dem Binnenhof sagten, die Idee für die Demonstration sei aus einer Laune heraus entstanden.

Bundesweiter Flashmob am Mittwochnachmittag

Die Initiatoren der Bewegung "Land schafft Verbindung- Deutschland" ruft dazu auf, am heutigen Mittwochnachmittag an verschiedenen stark frequentierten Verkehrspunkten sogenannte Flashmobs zu veranstalten. Neben den Landwirten fordern sie sowohl die Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Dienstleister, die LKW-Fahrer, aber auch alle, die sich "von der derzeitigen Politik übergangen fühlen" auf, sich der Aktion anzuschließen.

Es ist geplant, um 16.30 Uhr gut sichtbare Punkte an den Straßen einzunehmen, sodass Verkehrsteilnehmer, die sich angesprochen fühlen, sich anschließen können. Gegen 17 Uhr soll jeder Teilnehmer seinen Posten verlassen und sich – in gesitteter Art und Weise – auf den Heimweg machen.

Die Redaktion empfiehlt

Für Mittwoch ruft „Land schafft Verbindung -Deutschland“ zu einem Flashmob an deutschen Autobahnauffahrten und Kreuzungen auf. Sie wollen damit den niederländischen Kollegen Solidarität zeigen.

Dirk Andresen ist Sprecher von „Land schafft Verbindung“. Wir sprachen mit ihm über den Agrargipfel und wie sich die Initiative der Bauern in die Zukunftskommission Landwirtschaft einbringt.