Immer mehr Infizierte

Reihentests bei Tönnies am Donnerstagnachmittag gestartet

Nach dem Start von Reihentests auf das Coronavirus ist die Zahl der infizierten Mitarbeiter beim Schlachtkonzern Tönnies am Donnerstag auf 730 von 1.106 Tests gestiegen.

In Abstimmung mit dem Kreis Gütersloh sind bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück am Donnerstag um 15 Uhr die Reihentestungen für Mitarbeiter der Produktion am Standort Rheda gestartet. Die Tests sind eine Reaktion auf vermehrt positive Fälle in den vergangenen Tagen. Zusätzlich hat das Unternehmen weitere Maßnahmen zur Eindämmung beschlossen.

Nach und nach sollen die Produktions-Mitarbeiter, die sich derzeit in Arbeits-Quarantäne befinden, auf das Virus getestet werden. Durch die Anordnung der Arbeits-Quarantäne dürfen sich die entsprechenden Mitarbeiter vorerst nur noch in den eigenen vier Wänden und der Arbeitsstätte aufhalten. „Hier vor Ort arbeiten sie in Absprache mit dem Kreis die schon geschlachteten Tiere, Puffer und Bestände bis zum Wochenende ab“, erläutert Firmensprecher Dr. André Vielstädte.

Dabei sind die Zahl der Mitarbeiter und die Geschwindigkeit der Zerlegung deutlich reduziert worden, um größere Abstände innerhalb der Produktion gewährleisten zu können. „Der Betrieb wird nach und nach kontrolliert heruntergefahren. Die noch im Betrieb befindliche Ware wird bis zum Wochenende versandfertig gemacht, damit diese nicht verdirbt“, sagt der Unternehmenssprecher.

Fun-Fact am Rande: Clemens Tönnies muss laut der Bildzeitung übrigens nicht in Quarantäne

Insgesamt werden laut Angaben des Kreises noch rund 5.350 Mitarbeiter getestet – mehr als 1.100 Angestellte sind bereits seit Anfang der Woche getestet worden. Nach Abschluss der Tests will der Kreis am Wochenende auf Basis der Ergebnisse gemeinsam mit der Firma Tönnies die Lage neu bewerten.

Von der Arbeitsquarantäne ausgenommen sind die Mitarbeiter der Verwaltung des Rheda-Wiedenbrücker Unternehmens. „Diese Mitarbeiter hatten in den vergangenen Wochen und Tagen keinen relevanten Kontakt zu Produktions-Mitarbeitern aus dem vom Ausbruch betroffenen Bereich“, ergänzt Vielstädte. Gleiches gelte beispielsweise auch für Lkw-Fahrer.

Um die Sicherheit der Mitarbeiter nochmals zu erhöhen, sind die bereits bestehenden Maßnahmen noch mal erhöht worden. So inspiziert ein Arzt alle Angestellten der Produktion beim Eintritt in das Gebäude – zusätzlich zu den schon installierten Temperatur-Scannern. Darüber hinaus wurde eine mobile Arztpraxis für die Behandlung der bei Tönnies beschäftigten Mitarbeiter auf dem Gelände installiert.

„Damit sollen die Hausärzte hier im Kreis entlastet werden. Unsere Mitarbeiter, die corona-relevante Symptome haben, werden direkt dorthin geschickt und untersucht“, sagt der Unternehmenssprecher. „Wir danken dem Kreis und den Rettungsdiensten für ihre Unterstützung.“ Die Praxis wird durch die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe eingerichtet, die auch im Klinikum Gütersloh eine zweite Coronapraxis einrichten wird.

Bei den vom Kreis Gütersloh durchgeführten Reihentests in dieser Woche fielen rund 730 von 1.106 Tests positiv aus.

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vor von Alfons Deter

Wegen Gefährdung des Unternehmens und der Bevölkerung sowie unverantwortlichem Handeln fordert Robert Tönnies die gesamte Geschäftsführung des Schlachtunternehmens zum Rücktritt auf.

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Diskussionen zum Artikel

von Klaus Fiederling

Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert. (Martin Luther King)

Obiger Bericht ist an neutralisierender Schönfärberei kaum zu übertreffen. Eine schützende Hand, die nach wie vor seitens des Bauernverbandes über derart mächtige „systemrelevante Fleischbarone mit politischem Versorgungsauftrag“ -so definiert Tönnies sein abgehobenes Ego ... mehr anzeigen

von Andreas Bahnmüller

Danke

.. würde noch folgendes ergänzen wollen: Die Einrichting einer extra Arztpraxis geht hoffentlich auf Kosten von Tönnies der dies slebtlos macht. Oder zahlen - frei nach dem Motto: verluste sozialisieren - Gewinne privatisieren - wir alle dafür? Wie wäre es, wenn man dann einen Teil ... mehr anzeigen

von Ottmar Ilchmann

Das System

der Billigfleischproduktion fährt krachend vor die Wand! Was jetzt? Das gescheiterte System retten und in kleinen Bereichen verändern, oder über einen Systemwechsel nachdenken? Wer hätte dabei etwas zu verlieren außer Clemens Tönnies?

von Gregor Grosse-Kock

Systemwechsel

Wohin? Solange Aldi und Co. die Verteilung der Waren betreibt, bleibt alles wie es ist!

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