top agrar plus Serie: Vollgas im Nebenerwerb

Landwirtschaft: Vom Haupt- in den Nebenerwerb

Wer über einen Wechsel in den Nebenerwerb nachdenkt, sollte wissen, was sich dadurch bei Alterskasse, Steuern oder Baurecht ändert. Dann kann man strategisch vorgehen.

Die wenigsten Landwirte starten mit einem Nebenerwerbsbetrieb, meist steht am Anfang eine Haupterwerbslandwirtschaft. Die Wege in den Nebenerwerb verlaufen dann ganz unterschiedlich: Nimmt der Landwirt einen Job außerhalb der Landwirtschaft an, beginnt der Nebenerwerb zu einem konkreten Stichtag. Bei Betrieben, die nach und nach ein neues gewerbliches Standbein aus der Landwirtschaft heraus aufbauen, gibt es fließende Übergänge.Je nachdem, wie sich der eigene Betrieb in den Nebenerwerb entwickelt, gibt es unterschiedliches zu bedenken.

Baurecht

Ställe, Hallen, Altenteilerhäuser – beim Bauen im Außenbereich haben Landwirte Sonderrechte, sie sind nach § 35 BauGB privilegiert. Das gilt im Prinzip auch für Nebenerwerbsbetriebe, allerdings muss der Betrieb für die Privilegierung eine ernsthafte und nachhaltige Gewinnerzielungsabsicht nachweisen. „Erzielt der Betrieb laut Steuerbescheid letztendlich nur noch wenige 1.000 € Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft, wird das schwierig,“ berichtet Rechtsanwältin Sonja Friedemann aus ihrer Beratungspraxis beim West­fälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Insbesondere Altenteilerhäuser bekommen Nebenerwerbler meist nicht genehmigt. Deshalb rät Rechtsanwältin Friedemann: „Ist abzusehen, dass sich Ihr Betrieb dauerhaft vom Vollerwerb zum Nebenerwerbsbetrieb entwickelt, sollten Sie die Baugenehmigung, besser noch den eigentlichen Bau und die Bauabnahme zu einem Zeitpunkt erhalten, in dem der Betrieb klassisch im Vollerwerb geführt wird.“

Krankenkasse

Nebenerwerbler sind selten in der landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) versichert. Sie ist nicht mehr zuständig, wenn der Betriebsleiter hauptberuflich sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmer beschäftigt oder selbstständig tätig ist. Ob die LKK noch zuständig ist, hängt bei Selbstständigen vom zeitlichen Umfang und der wirtschaftlichen Bedeutung ab. Überwiegt der zeitliche Umfang in der Landwirtschaft, bleibt der Landwirt weiterhin in der LKK pflichtversichert. Überwiegt die Höhe der Arbeitsstunden in der selbstständigen Tätigkeit und ist das Einkommen daraus deutlich höher, muss er sich selbst als freiwillig Versicherter versichern. Sich freiwillig zu versichern, ist auch in der LKK möglich, wenn die Versicherung direkt im Anschluss an die vorher bestehende Mitgliedschaft erfolgt.

Alterskasse

Von der Pflichtversicherung in der Alterskasse kann man sich im Nebenerwerb befreien lassen aufgrund von außerlandwirtschaftlichen Einkünften. Die Einkommensgrenze liegt...

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