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Schnellkeimtest für Pflanzensamen „Seedalive“ setzt sich unter Agrar-Start-ups durch​

Das Start-up „Seedalive“ hat einen Keimfähigkeits-Schnelltest für Pflanzensamen entwickelt, der innerhalb weniger Stunden Ergebnisse liefert. Dafür wurde es mit einem Preisgeld ausgezeichnet

In Kooperation mit dem Frankfurter TechQuartier organisierte die Landwirtschaftliche Rentenbank Jahr 2022 erneut ein Programmangebot, um innovativen Start-ups mit Bezug zur Landwirtschaft ein praxisorientiertes Coaching zur Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle zu bieten. Unter 13 Start-ups ging am Ende „Seedalive“ aus Osnabrück als Gewinner des dreitägigen Agtgech- und Foodtech-Bootcamps hervor und wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 € ausgezeichnet.

Publikum

Publikum und Jury (links) beim Demo Day des AgTech- und FoodTech-Bootcamps für Start-ups, organisiert vom TechQuartier und der Rentenbank in Frankfurt. (Bildquelle: TechQuartier )

Schnelle Aussage über Keimfähigkeit

Das Geschäftsmodell – ein Schnellkeimtest für Pflanzensamen – überzeugte die Jury, u. a. bestehend aus Experten aus Wirtschaft, Start-up-Szene und Wissenschaft. Mit seinem Test will das Start-up eine effiziente und reproduzierbare Methode zur Vorhersage der Keimfähigkeit von Pflanzensamen bieten. Gleichzeitig seien Vorhersagen über Keimruhe, den Alterungsverlauf der Samen und die Triebkraft der Keimlinge möglich. Pflanzenzüchter, Saatgutproduzenten und Händler können mit dem Test die Qualität von Saatgut in rund fünf Stunden statt Wochen bestimmen. Für den Anwender sei der Test einfach umzusetzen: Die einzelnen Samen werden in eine Testflüssigkeit gegeben. Nach einiger Zeit könne anhand der Färbung der Lösung festgestellt werden, ob sie vital (lila), alternd (pink) oder abgestorben (farblos) sind. Der Keimfähigkeitsschnelltest stehe für Getreide sowie Kohlgewächse wie Kohl, Raps, Rettich und Senf kurz vor der Markteinführung. Für Mais funktioniere er bisher noch nicht.

Seedalive

Das Seedalive-Team (Bildquelle: Seedalive)

Das zum Patent angemeldete Testsystem basiert auf einem Kit-Konzept, bei dem der Kunde den Test selbst durchführt und cloudbasierte KI-Server die Auswertung übernehmen. „In wenigen Jahren wollen wir weltweit der neue Standard für Saatgutqualität sein", so Gründer und Diplom-Biologe Jens Varnskühler. Künftig könnte der Test nicht nur in der Agrarbranche Anwendung finden, sondern auch darüber hinaus. „Herkömmliche Tests sind langwierig, arbeits- und ressourcenintensiv und teilweise den Samen zerstörend“, so das Team. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Aussterbens von Pflanzenarten versuchen Saatgutbanken, die Keime vieler Arten zu konservieren. Doch auch hier sei von außen nicht erkennbar, ob der Samen überhaupt noch keimfähig ist.

Dem Start-up zufolge ist das Marktpotenzial für die Methode groß. „Es werden im Jahr Abermillionen von Keimfähigkeitstests durchgeführt. Der Vorteil unseres Tests ist, dass er nicht nur den Samen nicht zerstört, sondern auch viel schneller ein Ergebnis hervorbringt", so Varnskühler. Den Ursprung nahm die Idee des Tests bei einem Forschungsprojekt an der Universität Osnabrück und wird auch dort weiterentwickelt.

Publikumspreis für „Nature Robots“

Das Start-up „Nature Robots“ überzeugte das Publikum des Demo Days und gewann den Community-Preis. Das Start-up nutzt künstliche Intelligenz und Robotik für eine nachhaltige und regenerative Landwirtschaft.

Roboter

(Bildquelle: Nature Robots)

Dabei setzt es auf 3D-Pflanzenkartierungen, die Pflanzen pixelgenau erkennen und segmentieren können. Basierend auf den entwickelten Technologien 3D Umgebungskartierung, 3D Mesh Navigation, Move Base Flex Navigationssteuerung, 3D Plant Mapping sowie der Plant Instance Segmentation könne der Roboter des Start-ups in komplexen, unebenen und beliebig-strukturierten Anbausystemen, wie im Gemüse-, Obst- und Weinbau sowie Agroforst autonom navigieren, operieren und eingesetzt werden.

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