DairyTex: Die perfekte Liegematte?

Die Liegematte „DairyTex“ soll die Vorteile von Hoch- und ­Tiefboxen vereinen und sich zudem belüften lassen. Die Hochschule Dresden hat den Prototypen gegenüber herkömmlichen Gummimatten getestet. Es berichten Dr. Katrin Heidig und Prof. Dr. Steffi Geidel.

Es ist ein bekanntes Dilemma: Tief-liegeboxen bieten eindeutig den höchsten Kuhkomfort, machen aber mehr Arbeit und sind durch den höheren Einstreubedarf in der Bewirtschaftung teurer.

Hochliegeboxen lassen sich dagegen deutlich günstiger und einfacher bewirtschaften, haben aber den Nachteil der Liegemattenoberfläche. Denn aufgrund der Haltbarkeit hat sich Gummi bewährt, das aber durch den sogenannten „Radiergummi-Effekt“ zu Schäden an den Gelenken der Tiere führt.

Deshalb suchen Milcherzeuger schon lange nach Alternativen für die Liegeflächen von Hochboxen.

Prototyp im Test:

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) hat dazu in den letzten Jahren umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchgeführt. Aus den Ergebnissen hat sie die Liegematte „DairyTex“ für Kühe entwickelt. Sie vereint die Vorteile von Hoch- und Tiefboxen und lässt sich sogar von unten belüften.

Die Liegematte besteht aus Polyester. Es gibt mehrere Schichten. Jede Schicht ist als sogenanntes Abstandsgewirk aufgebaut: Kunststofffasern halten die zwei Textilflächen auf Distanz. Dadurch entsteht eine dreidimensionale Form. Sie ist etwa 0,7 cm dick.

Durch den mehrlagigen Aufbau sind verschiedene Mattenhärten und -dicken möglich. Die Mindestdicke sollte 2 cm betragen, das sind drei Lagen.

Das Material ist wasserabweisend und reagiert nicht auf stalltypische Schadstoffe. Bei sachgerechter Pflege ist es reib- und reißfest. Die Matte ist wasser- und luftdurchlässig, wirkt gegenüber Kot aber wie ein Sieb. Dadurch trocknen die Matte und der darauf liegende Schmutz...