Ersetzt der Roboter die Milchkontrolle? Premium

Melkroboter bieten tagesaktuelle Infos über Milchmenge und Milchqualität. Können diese Daten die Milchkontrolle ersetzen? Was spricht für und was gegen den Verbleib in der Milchleistungsprüfung?

Seitdem ich mit dem Roboter melke, nutze ich die Ergebnisse der Milchkontrolle kaum noch. Alle Infos zur Milchqualität liefert das Melksystem“, sagte erst kürzlich ein Leser. Weil moderne Melkroboter auch die Milchinhaltsstoffe analysieren, überlegen einige Landwirte auf die Milchleistungsprüfung (MLP) zu verzichten. Das bestätigen auch Vertreter der Landeskontrollverbände (LKV) und der Melktechnikhersteller. Sie warnen aber vor einem unüberlegten MLP-Ausstieg.

Welche Knackpunkte gibt es bei der Milchkontrolle mit Melkroboter und wie lassen sich die lösen?

Gründe für den Ausstieg

Drei Punkte sind Grund dafür, dass Betriebe aus der MLP aussteigen.

  • Mehrwert: Einige Betrieben sehen kaum Zusatznutzen in der MLP. Die Roboter erfassen neben Milchmenge auch die Milchqualität und analysieren Leitfähigkeit, Temperatur, Zellzahl, Fett- und Eiweißgehalt sowie Laktose – zum Teil viertelindividuell. Die Managementprogramme verknüpfen die Daten mit Aktivität, Fressverhalten oder Körperkondition.

Thomas Bonsels, Fachreferent beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen meint: „Der größte Vorteil ist, dass alle Daten tagesaktuell vorliegen. Betriebsleiter können sofort auf Veränderungen reagieren.“ Ergänzt mit den Harnstoffwerten aus der Tankmilch, lasse sich eine Herde auch ohne MLP produktionstechnisch managen. Untersuchungen am LWZ Eichhof (Hessen) zeigen, dass die Inhaltsstoffe am Roboter gut mit denen der Tankmilch übereinstimmen. Zu berücksichtigen ist aber, dass der Fettgehalt um ca. ein Zehntel überschätzt wird.

  • Technische Hürden: Auch die Technik für die Probenahme am Roboter kritisieren einige Betriebe.

GEA und DeLaval arbeiten mit eigenen Geräten, die Milch in die Probeflaschen pumpen. Roboter von Lely, Lemmer-Fullwood und Happel/SAC lassen sich mit dem „Shuttle“ von Lely bedienen. Hier fließt die Milch über Schwerkraft in die Probeflaschen. Dafür muss das Shuttle auf Höhe der Milchleitung bzw. darunter stehen. „Das Abfüllen dauert aber zu lange. Bei uns waren es über 30 Sekunden pro Probe. Das verschiebt die Tagesstruktur der Herde und erhöht den Nachtreibeaufwand“, so Bonsels.

Zudem bieten die Geräte nur begrenzt Platz für die Probeflaschen: Beim Lely-Shuttle sind es 60, bei GEA 80 und bei DeLaval 140 Plätze. Soll mehr als eine Milchprobe pro Kuh untersucht werden, müssen die Milcherzeuger die Flaschen wechseln.

Eine Alternative zu den Geräten der Hersteller ist...

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