Klarheit für Klauenbäder

Der jahrelange Streit um erlaubte Mittel für Klauenbäder ist beigelegt: Landwirte dürfen Formalin und Kupfersulfat nutzen – sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es berichtet Dr. Hans-Peter Klindworth, Rindergesundheitsdienst Niedersachsen.

Viele Milcherzeuger waren in den letzten Jahren stark verunsichert, ob sie Formalin und Kupfersulfat im Klauenbad einsetzen dürfen. Denn fachlich gibt es an der Wirkung der Mittel keinen Zweifel. Allerdings hielten einige Behörden den Einsatz für nicht zulässig und brummten den Landwirten saftige Bußgelder auf (top agrar 10/2009, Seite R 20).

Was ist erlaubt?

Damit ist jetzt Schluss: Im „Niedersächsischen Merkblatt zur Klauengesundheit“ haben die Landwirtschaftskammer Niedersach­sen und das Landesamt für Verbrau­cherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) den Einsatz von Formalin und Kupfersulfat in Klauenbädern geregelt. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat das Papier freigegeben.

Diese Regelung ist wichtig. Denn wirksame Alternativen gibt es nicht. Obwohl Auftragsstudien hin und wieder scheinbar positive Effekte von ­Desinfektionsmitteln zeigen, bestätigen sich diese in der Praxis nicht. Das ist logisch, da sich die Klauen der Kühe nach der Desinfektion im Klauenbad sofort auf den verschmutzten Laufflächen neu kontaminieren. Eine reine Desinfektion kann daher nicht sinnvoll sein. Das Gleiche gilt für Klauenwaschanlagen, die lediglich das Klauenhorn durch Feuchtigkeit aufweichen und daher keine positiven Einflüsse auf die Klauengesundheit haben.

Ein vernünftiger Einsatz von Klauenbädern umfasst also immer die Wirkstoffe Formaldehyd (Formalin) oder Kupfersulfat. Mehrere Studien aus dem Labor und im Feld bestätigen das ebenso wie Praxiserfahrungen. Allerdings sind beim Einsatz dieser Substanzen bestimmte rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen.

Zunächst ist festzuhalten, dass Klauenbäder mit Formalin oder...

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