Mit langem Atem zu fitteren Kälbern Plus

Atemwegserkrankungen bei Kälbern haben viele Ursachen. Das Versuchszentrum in Futterkamp hat daher fünf Jahre daran gearbeitet, perfekte Bedingungen für eine gesunde Aufzucht zu schaffen.

Erkrankungen der Atemwege kosten Geld. Auch im Kälberstall des Lehr- und Versuchszentrums (LVZ) Futterkamp (Schleswig-Holstein). Hier lagen die Kosten für die Behandlung von Atemwegsproblemen in einigen Jahren allein zwischen November und Mai bei bis zu 2300 € (Übersicht 1). Das LVZ hält im Schnitt 45 weibliche Kälber im Alter von 15 Tagen bis zu sechs Monaten in seinem Holsteiner Kälberstall. Hinzu kamen wirtschaftliche Verluste durch Langzeitschäden an der Lunge. Diese können pro Tier mehrere hundert Euro betragen.

Um die Atemwegsgesundheit zu verbessern, müssen Landwirte oft an mehreren Stellschrauben drehen. Auch das LVZ Futterkamp benötigte daher fünf Jahre und diverse Ansätze, um die Gesundheit der Nachzucht auf das heutige Niveau zu heben.

Nachweis Allein reicht nicht

Eine Erkrankung der Atemwege beginnt oft als Infekt an der Nasen- und Rachenschleimhaut. Die Kälber haben typischerweise tropfende Nasen und Augen sowie trockenen bis schleimigen Husten. Auslösende Infektionserreger können sowohl Bakterien (z.B. Mykoplasmen oder Pasteurellen), als auch Viren (z.B. BRSV) sein. Ist die Immunabwehr des Kalbes zu schwach oder besiedelt ein weiterer Erreger das Tier, steigt die Infektion oft bis in die tieferen Atemwege (Bronchien, Lunge, Brustfell) hinab. Dort entstehen chronische Schäden, die Leistung und Gesundheit des Rindes dauerhaft verringern.

Die typischen Erreger von Atemwegserkrankungen sind immer auch in den oberen Atemwegen gesunder Kälber zu finden. Daher ist es für die Diagnose eines Haupterregers wichtig, Proben bei frisch erkrankten Tieren in der Tiefe der Lunge zu ziehen. Das können Tierärzte am sichersten mit sterilen Spülproben oder einer Sektion frisch verstorbener Rinder durchführen.

Auch wenn Tierärzte einen hauptverantwortlichen Infektionserreger finden, ist es wichtig, sich nicht nur auf die Ausschaltung dieses einen Erregers zu konzentrieren. Denn Atemwegsinfekte sind Faktorenkrankheiten. Das heißt, dass verschiedene Umwelt- und Tiereinflüsse den Krankheitskomplex auslösen. Dabei gibt es auf jedem Milchviehbetrieb individuelle Faktoren, die die Abwehrfähigkeit der Kälber in verschiedenen Lebensabschnitten unterschiedlich stark verringern.

Weg zur richtigen Lüftung

Mit dem Ziel, den Einflussfaktor „Klima“ für die Kälber zu verbessern, baute das LVZ im Jahr 2013 seinen Kälberstall komplett um. Die Entscheidung fiel auf einen Stall mit natürlicher...

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