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top agrar PraxisTest - Fünf Fressgitter im Test

Lesezeit: 6 Minuten

Was taugen die neuen Sicherheits-Fressgitter? Wie ist die Handhabung? Wie tiergerecht sind sie? top agrar hat fünf Fabrikate getestet.


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Es ist ein Horrorszenario für jeden Rinderhalter: Er kommt morgens in den Stall und ein Tier liegt eingeklemmt im Fressgitter.


Passieren kann das bei älteren Modellen: Wenn ein Tier im Fressgitter steht und ausrutscht, keilt sich der Kopf im Gestänge fest – egal ob der Fangmechanismus aktiviert ist oder nicht! Denn der Fangbügel kann maximal bis zu einer senkrechten Position herumklappen, im unteren Fressgitter-Bereich ist somit immer die schmalste Stelle.


Deshalb bieten jetzt fast alle Hersteller Sicherheits-Fangfressgitter an. Bei diesen Systemen ist der Anschlag für den Fangbügel abgewinkelt. So weicht der Fangbügel auch im unteren Bereich zur Seite aus. Die Öffnung vergrößert sich, sobald das Tier den Kopf nach unten bewegt. Ein Festliegen ist nicht mehr möglich.


Fünf Testkanditaten:

Doch was taugen die Fressgitter der neuen Generation in der Praxis? Wie ist die Handhabung? Lassen sich Einzeltiere fixieren? Entsteht durch das ständige Herumklappen ohrenbetäubender Lärm? Und können sich die Tiere wirklich nicht mehr einklemmen?


Um das zu beantworten, haben wir die Fabrikate von fünf Herstellern auf Herz und Nieren geprüft:


  • Gea (DeBoer; Twist & Lock)
  • Hörmann (Selbstfanggitter 1 1/2 Zoll)
  • Jourdain (Safety IV)
  • Patura (Patura SSV)
  • Spinder (Type 24.72)


Auf Praxisbetrieben haben wir zusammen mit den Betriebsleitern die wichtigsten Kauf-Kriterien der aktuellsten Sicherheits-Fangfressgitter jeden Herstellers analysiert.


Darauf kommt es an.

Zunächst zur Gesamtauswertung der fünf Testkandidaten (Übersicht). Eine detaillierte Einzelkritik zu jedem Hersteller finden Sie ab Seite R 10.


  • Sicherheit (Tier): Neue Fressgitter müssen so konstruiert sein, dass die Tiere keinesfalls darin festliegen können. Dazu muss der Fangbügel herumschlagen und sich die Öffnung im unteren Bereich vergrößern, sobald das Tier den Kopf senkt.


Gesamturteil: Gea, Jourdain, Patura und Spinder arbeiten nach gleichem Muster und erfüllen die Anforderungen. Bei Hörmann ist bauartbedingt nicht der Anschlag des Fangbügels, sondern der Halsrahmen abgewinkelt. Dadurch vergrößert sich zwar auch die Öffnung im unteren Bereich, bietet aber nicht ganz so viel Sicherheit wie die anderen Systeme.


  • Verarbeitung: Fressgitter müssen stabil und deshalb aus massiven Materialien gebaut sein. Keinesfalls darf das Gestänge verbiegen – auch nicht, wenn sich mehrere Tiere gleichzeitig ruckartig bewegen. Oft ist die gesamte Rahmenkonstruktion verschweißt oder nur das Rohr zum Einstellen der Halsweite verschraubt (siehe nächsten Punkt).


Gesamturteil: Alle Fabrikate sind stabil gebaut, allenfalls Gea fällt leicht ab. Hörmann hat überhaupt kein Bauteil verschweißt, sondern alles „nur“ verschraubt.


  • Halsweite: Bei einigen Fabrikaten ist das Rohr zum Einstellen der Halsweite nicht verschweißt, sondern verschraubt und somit variabel. Das ist nützlich, wenn in einem Stallabteil ein Fressgitter für Kühe installiert ist, dort aber (zeitweise) Jungrinder stehen. Diese Flexibilität kann aber etwas zu Lasten der Stabilität gehen.


Gesamturteil: Hörmann, Jourdain und Patura bieten diese Option.


  • Fangbügel offen: Bei „normalem Betrieb“ müssen die Fangbügel immer offen stehen. Nur so haben die Tiere ungebremsten Zugang zum Futtertisch und erreichen hohe Futteraufnahmen. Die Offenstellung der Fangbügel lässt sich beispielsweise über Federn oder Gummiteile erreichen.


Gesamturteil: Die Hersteller arbeiten mit unterschiedlichen Systemen, aber bei allen stehen die Fangbügel offen.


  • Öffnungen abgedeckt: Egal ob der Fangbügel offen oder geschlossen ist, alle anderen bauartbedingten Öffnungen im Fressgitter müssen grundsätzlich abgedeckt sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ein Tier den Kopf in eine dieser Öffnungen steckt und sich festkeilt. Es lässt sich dann nur noch mit großem Aufwand wieder befreien. Als Abdeckung reicht ein gebogenes Eisen.


Gesamturteil: Jourdain und Patura haben dieses Problem sehr gut gelöst, Gea und Spinder überhaupt nicht.


  • Einfädelschutz: Kühe mit Halsbändern dürfen sich unter keinen Umständen am unteren Ende des Fangrohres einfädeln können. Die Befreiung bedeutet einen riesigen Kraftakt. Abhilfe schaffen aufgeschweißte Bügel oder frei bewegliche PVC-Rohre.


Gesamturteil: Bei Hörmann und Jourdain besteht keine Gefahr, bei Gea und Spinder schon.


  • Einzeltierfixierung: Bei Fressgittern muss immer die Möglichkeit bestehen, nur einzelne Tiere zu fixieren und den Rest des Gitters im „normalen Betrieb“ weiterlaufen zu lassen. Das kann über Dreh- und Druckknöpfe, die im Fressgitter integriert sind, erreicht werden, oder über Bolzen, die in die einzelnen Plätze gesteckt werden.


Gesamturteil: Bei allen Testkanditaten ist die Einzeltierfixierung möglich. Die eleganteste Lösung haben Gea und Spinder.


  • Handhabung: Jedes Fressgitter muss alle Tiere gleichzeitig fixieren und lösen können – zumindest bis zu einer bestimmten Futtertisch-Länge. Das sollte über zentrale Hebel möglich sein. Die Hebel sollten für den Betreuer gut zu erreichen und bewegen sein. Die Tiere dürfen die Stellung des Hebels nicht verändern können.


Gesamturteil: Bei allen Herstellern lassen sich mehrere Tiere gleichzeitig fangen und lösen.


  • Lärmbelästigung: Auch wenn die Fangbügel der Sicherheits-Fressgitter fortlaufend hin- und herschwenken, muss die Geräuschbelästigung gering sein. Denn der Lärm erschreckt die Tiere und nervt das Personal – und die Nachbarn. Deshalb darf niemals Metall auf Metall schlagen. Das kann durch Gummipuffer, ummantelte Rohre oder Kunststoff-Gleitstücke erreicht werden.


Gesamturteil: Die Lärmbelästigung ist bei allen Fabrikaten gering, Hörmann und Patura könnten noch nachbessern.


  • Montage: Um Kosten zu sparen, montieren Landwirte die Fressgitter oft in Eigenleistung. Dazu ist es wünschenswert, dass die Gitter in fertigen Elementen und nicht in Einzelteilen geliefert werden. Wichtig ist auch eine exakte Absprache, wo die Pfosten bei den Betonarbeiten platziert werden müssen. Einige Systeme können optional schräg angebracht werden, um die Schultern der Tiere beim Fressen zu schonen.


Gesamturteil: Nach Aussage der Betriebsleiter verlief die Absprache mit allen Herstellern reibungslos und die Montage war einfach zu handhaben.


  • Wartung/Reparatur: An Fressgittern entstehen in der Regel wenig Wartungs- oder Reparaturarbeiten. Es kann allerdings sein, dass einzelne Bauteile wie Gummipuffer oder Federn verschleißen und ausgetauscht werden müssen. Diese Stellen sollten gut zu erreichen sein.


Gesamturteil: Bauartbedingt sind bei Gea und Spinder viele Bauteile in einem Holm „versteckt“. Dadurch sind sie nur relativ schwer zu erreichen.


  • Verletzungsgefahr (Mensch): Zwar ist nie ausgeschlossen, dass sich Personen bei Arbeiten mit oder an dem Fressgitter verletzen. Allerdings sollten zumindest die Stellen eliminiert werden, an denen sich die Tierbetreuer die Finger quetschen können. Zudem erhöht sich die Verletzungsgefahr, je mehr Bauteile verschraubt sind. Denn die Schrauben und Muttern bilden durch die Kanten potenzielle Verletzungsquellen. Auch der bauartbedingte Holm erhöht das Verletzungsrisiko.


Gesamturteil: Jourdain und Patura schneiden in dieser Disziplin am besten ab.P. Liste

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