Dürre2018: „Notschlachtungen“ für Bauernverband der falsche Begriff

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des damit verbundenen Futtermangels für Weidetiere werden frühzeitige Einstallungen und Bestandsreduzierungen zum Thema. Dabei von „Notschlachtungen“ zu sprechen, ist für den Deutsche Bauernverband (DBV) jedoch unpassend.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des damit verbundenen Futtermangels für Weidetiere werden frühzeitige Einstallungen und Bestandsreduzierungen zum Thema. Dabei von „Notschlachtungen“ zu sprechen, ist für den Deutsche Bauernverband (DBV) jedoch unpassend.

Wie der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling gegenüber AGRA-EUROPE betonte, werden gesunde und genährte Tiere geschlachtet, wenn auch früher als geplant. Verschiedene regionale Zeitungen wie die „Märkische Allgemeine (MAZ)“, die „Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ)“, die „Kieler Nachrichten“, die „Berliner Zeitung“ oder die „Stuttgarter Nachrichten“ hatten in ihren Ausgaben von anstehenden „Notschlachtungen“ und „Notverkäufen“ bei Kälbern, Milchkühen und Bullen berichtet.

Neben der aktuellen Witterung wurden dafür auch die Ernteverluste durch Frost und Starkregen im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. Dadurch fehlten den Betrieben finanzielle Reserven, um Futter zuzukaufen, heißt es in den Berichten.

Hemmerling erklärte dazu, dass der Futterzukauf gerade Ökobetriebe in Bedrängnis bringe, weil sie kein konventionelles Futter zukaufen dürften. Der Bauernverband fordert eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe in solchen Krisensituationen in ihrer Liquidität zu unterstützen. Außerdem seien die Bundesländer gefordert, Betriebe in Schwierigkeiten mit Krisenhilfen zu unterstützen, betonte der stellvertretende DBV-Generalsekretär.

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Diskussionen zum Artikel

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von Manfred Schumacher

Wenn man Tiere aus der Not und nicht aus der Vernunft schlachtet, ist das wohl eine Notschlachtung, oder? Da hilft auch kein "Neusprech" In Zeiten marginalen Einkommens geht die Erkenntniss verloren: eine Ernte auf dem Acker - eine Ernte im Silo - einen Ernte auf der Bank! Nur dann kann man auch mit einer Schietwetterperiode Auskommen. Warum hatte nochmal F. W. Raiffeisen seinen Brotverein gegründet?

von Michael Raffenberg

Von einer Risikorücklage kann ich mir im Augenblick auch kein Futter kaufen, selbst wenn es überhaupt was zu kaufen gäbe! Dieser Verein sollte sich endlich auflösen, den Bauern schadet er nur noch mehr!

von Andreas Christ

Notschlachtung

Wo der DBV recht hat hat er nun mal recht. den Notschlachtung bedeutet das das Fleisch nicht mehr verwertbar ist und früher eher mehr als weniger auf der Freibank verkauft wurde. Notschlachtung bedeutet ZB: verunfallte also ZB.Beinbruch Tiere Schließlich fordert der DBV gerade aus diesen Grund ja eine dürre Hilfe, aber das ist ja auch wider nicht richtig wie man hier lesen kann. ich könnte mir vorstellen dass: Die Betriebe die letztes Jahr ersoffen sind und heute verdorren das etwas anders sehen.

von Gerd Uken

Der DBV will mit Gewalt die Politik gefügig machen für die Risikorücklage

Jedes dritte Wort hängt damit zusammen. Am Wetter können wir und die auch nichts ändern und den Preis regelt bekanntlich der Markt-so einfach ist das.

von Gerhard Steffek

Was ist, ist

wieso soll man hier nicht von "Notschlachtungen" reden. Sie sind es doch im Grunde. Soll der Landwirt warten, bis die Tiere tatsächlich am Verhungern sind? Was ist, ist - und das soll man auch ansprechen dürfen. Das ist nun mal die Realität.

von Ottmar Ilchmann

Interessenvertretung?

Abwiegeln, beruhigen, einlullen - das ist mal wieder die Devise des DBV. Dabei ist die Situation der viehhaltenden Betriebe schon dramatisch genug und wird sich noch weiter zuspitzen. Von Notverkäufen kann man auf jeden Fall mit Recht sprechen.

von Karl-Heinz Mohrmann

Wenn der DBV sonst keine wichtigeren Probleme hat ist ja alles gut

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