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Die faire Milch

Wie steht es um die faire Milch?

Anfang März wurde der Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. Die Verbindlichkeiten der fairen Milch sind weiterhin hoch.

Lesezeit: 3 Minuten

Schon in den vergangenen zwei veröffentlichten Wirtschaftsjahren sorgten die Zahlen des Jahresabschlusses der fairen Milch mit Verbindlichkeiten von bis zu 2,2 Mio. € für Aufsehen. Im Jahre 2017 musste der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit einer Bürgschaft einspringen, um die Vermarktungsgesellschaft vor einer Überschuldung zu bewahren. Der Jahresabschluss der Gesellschaft zeigt weiterhin mittel- und langfristige Verbindlichkeiten von über 2,1 Mio. €. Die faire Milch konnte diese allerdings zuletzt um 160.000 € verringern.

Auf Nachfrage von top agrar äußert sich Michael Braun optimistisch: „Tilgungen der Verbindlichkeiten finden, wie vertraglich vereinbart, statt“.

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Die DFM GmbH entwickelt sich wie geplant positiv weiter. - Michael Braun

Auch die Coronapandemie habe die Geschäfte nicht negativ beeinflusst.Braun ist Geschäftsführer der Die faire Milch (DFM)-Vermarktungs GmbH, die den Geschäftsbetrieb von „Die faire Milch“ inne hat.

Produkteinführungen und Marktgeschehen

Neben den Trinkmilchprodukten wurden Anfang 2019 und zuletzt im Dezember des vergangenen Jahres neue Produkte wie Käse und Sahne-Likör eingeführt. Zum Verlauf der Markteinführungen und zur Entwicklung der Absatzzahlen könne die DFM allerdings aus Wettbewerbsgründen keine Auskunft geben.

Weitere Programmteilnehmer aufgenommen

Die Marke hat nach eigenen Aussagen den Anspruch, für die Erzeuger einen vollkostendeckenden Preis von 45 ct/kg Milch einzukalkulieren. In der Vergangenheit beklagten Lieferanten aber, dass die Auszahlungspreise nicht „fair“ seien. Nach Angaben der Gesellschaft bezahlt die DFM jedoch immer vertragskonform, zusätzlich erhalten die Programmteilnehmer eine jährliche Ausschüttung.

Auch die Transparenz bei der Rohstoffbeschaffung der fairen Milch stand schon häufig in der Kritik. „Die benötigten Milchmengen kauft die Vermarktungsgesellschaft bei Molkereien zu, dessen Erzeuger die Produktionsvorgaben erfüllen“, versichert Braun. So würden Kosten bei der Milcherfassung und Abwicklung gespart, was die Wirtschaftlichkeit verbessere.

Die Milcherzeuger sowie die Molkereien sind nach unseren Vorgaben zertifiziert. - Michael Braun

„Im Jahr 2020 wurden weitere Milcherzeuger aufgenommen. Auch in diesem Jahr besteht die Möglichkeit, am Programm teilzunehmen, wenn die Kriterien erfüllt werden“, so der Geschäftsführer. Zu den Vorgaben zählen unter anderem eine gentechnikfreie Fütterung bei einer Viehbesatzdichte von maximal 2,5 GV/ ha sowie die Teilnahme an einem Umwelt- oder Tierschutzprojekt.

Forderungen zum Milchdialog

Ohne die Hilfe des BDM wäre die faire Milch offenbar längst gescheitert. Der BDM hat als Mitbegründer der Initiative „Milchdialog“ jüngst ein Plus beim Milchpreis von 15 ct/kg gefordert. Bei dem Blick auf die roten Zahlen der fairen Milch drängt sich die Frage auf, wie realistisch diese Forderung ist.

Wir wollen verdeutlichen, wie groß die Differenz zwischen den Milcherzeugerpreisen und der Vollkostensituation ist. - Hans Foldenauer

Außerdem sei die Forderung ein Appell an die Molkereien gewesen, sich zu überlegen, wie sie die Milchpreise dauerhaft steigern können. „Dazu haben sich die allermeisten Molkereien und deren Verbände ausgeschwiegen“, so Foldenauer, Pressesprecher des BDM.

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