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Das Einmaleins der Schlachtsauen-Selektion

Lesezeit: 6 Minuten

Sauen erreichen ihr Leistungsoptimum im vierten bis fünften Wurf. Das belegen Wurfzahlen von 58 westfälischen Referenzbetrieben eindeutig. Die Ergebnisse decken sich auch mit eigenen Zahlen aus der arbeitsteiligen Ferkelproduktion. Nach Auswertungen der VVG Lüdinghausen (siehe Übersicht) bringen die Sauen im ersten Wurf im Schnitt 9,8 lebend geborene Ferkel zur Welt. Im zweiten Wurf erhöht sich die Zahl auf durchschnittlich 10,8 Ferkel, um dann im vierten und fünften Wurf mit durchschnittlich 11,8 lebend geborenen Ferkeln ihren Höhepunkt zu erreichen. Im sechsten Wurf fällt die Leistung aber bereits wieder auf 11,7 Ferkel pro Wurf ab. Dieser Trend setzt sich in den Folgewürfen fort. Im achten Wurf werden durchschnittlich nur noch 11,3 Ferkel lebend geboren. Für die Ferkelerzeugung ist es deshalb entscheidend, die Altersstruktur und die Leistung der Sauenherde im Auge zu behalten. Die Herde darf nicht überaltern. Denn sonst können vermehrte Saugferkelverluste, ungleiche Würfe und geringe Wurfgrößen die Folge sein. Außerdem sollte man sich rechtzeitig von leistungsschwachen und kranken Tieren trennen! Ziel ist eine jährliche Remontierungsrate von etwa 40%. Doch wann selektiert man Schlachtsauen am besten? Und welche Kriterien sollten bei der Sauenauswahl berücksichtigt werden? Nachfolgend dazu einige Tipps, wie sich die Schlachtsauen-Selektion am besten organisieren und systematisieren lässt. Welches Leistungsniveau wird angepeilt? Bei welchen Fruchtbarkeitsleistungen Sie eine Sau zum Schlachter schicken sollten, hängt vom Leistungsniveau Ihrer Herde und vom angepeilten Leistungsziel des Betriebes ab. Denn für eine Herde mit durchschnittlich 24 abgesetzten Ferkeln gelten andere SelektionsKriterien als für einen Bestand, der durchschnittlich 18 Ferkel pro Sau und Jahr absetzt. Beachten Sie jedoch, dass sich die Fruchtbarkeitsleistung immer nur in Etappen steigern lässt. Es macht keinen Sinn, das Leistungsniveau der Herde in einem Jahr von bisher 20 auf 23 abgesetzte Ferkel anheben zu wollen. Außerdem muss die Wurfzahl berücksichtigt werden. Jungsauen sollte man in der Eingewöhnungsphase eine Schonfrist zugestehen. Minderleistungen im ersten bis dritten Wurf sind unter Umständen tolerabel. Bei älteren Sauen, die mehr als sechs Würfe zur Welt gebracht haben, ist bei einem Leistungsabfall dagegen ein rigoroses Vorgehen gefragt. Natürlich spielen auch wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte eine wichtige Rolle. Denn eine zugekaufte Jungsau wird normalerweise über mindestens fünf Würfe abgeschrieben. Scheidet sie früher aus, erhöht dies die Produktionskosten der Herde. Außerdem muss vor der Eingliederung erst eine Immunität gegen bestandsspezifische Keime aufgebaut werden. Und dieses EingliederungsManagement ist zeitaufwendig. Die Haupt-Selektion erfolgt im Abferkelstall Die eigentliche Schlachtsauen-Selektion erfolgt in zwei Etappen. Die HauptAuswahl wird dabei unmittelbar nach dem Absetzen im Abferkelstall getroffen. Hier wird entschieden, welche Sauen erneut belegt werden und welche Tiere direkt zum Schlachter gehen bzw. vorher noch ausgemästet werden. Ein wichtiges Hilfsmittel kann dabei Versionen lässt sich ein Arbeitsplan für die Sauenselektion bzw. eine Hitliste anlegen. Auf diesem Plan sind alle Sauen der jeweiligen Absetzgruppe mit ihrer aktuellen Wurfleistung und ihrer bisherigen Durchschnittsleistung gelistet. Welche Leistungskriterien in die Hitliste einfließen, lässt sich betriebsindividuell festlegen. Wichtige Selektions-Informationen liefern folgende Merkmale: lebend geborene Ferkel des aktuellen Wurfes; tot geborene Ferkel des aktuellen Wurfes; abgesetzte Ferkel des aktuellen Wurfes; abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr; tot geborene Ferkel und Mumien; Zwischenwurftage. In der Regel bieten die Sauenplaner auch die Möglichkeit, die genannten Fruchtbarkeitsparameter betriebsindividuell zu gewichten und zu einem FruchtbarkeitsIndex zusammenzufassen. Das wichtigste Kriterium ist dabei die Zahl der abgesetzten Ferkel, sowohl im aktuellen Wurf als auch im Schnitt aller bisher ausgewerteten Würfe. Mit Hilfe der EDV kann auf diese Weise bereits im Stallbüro eine Vorselektion der Sauen stattfinden. Dazu ein Beispiel: Bei einem durchschnittlichen Herdenniveau von 21 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr sollte man mit einer Sau, die nach drei abgeschlossenen Würfen im Schnitt nur jeweils 9,5 Ferkel lebend geboren hat und es aufgrund einer verlängerten Zwischenwurfzeit nur auf jährlich 16,3 abgesetzte Ferkel bringt, nicht allzu lange fackeln. Es empfiehlt sich, den Arbeitsplan bereits ein bis zwei Wochen vor dem Absetzen auszudrucken. So kann man die vorgemerkten Tiere und insbesondere mögliche Wackelkandidaten im Stall genauer unter die Lupe nehmen. Neben dem optischen Eindruck liefert dabei die Sauenkarte wichtige Informationen. Achten Sie im Stall vor allem auf folgende Kriterien: Saugferkelverluste im aktuellen und in den vorherigen Würfen; Milchleistung der Sau, beurteilt anhand der Absetzgewichte und der Qualität der Ferkel des letzten Wurfes; Gesäugequalität (ist es straff oder hängt es hinten bereits deutlich durch?); Kondition und äußeres Erscheinungsbild (Reserven für einen weiteren Wurf); Fundament: Ein gutes Fundament ist wichtig, um Ausfällen im Deck- und Wartebereich vorzubeugen. Das gilt besonders für die Gruppenhaltung. Zweite Selektionsstufe im Deck-/Wartestall Die zweite Selektionsstufe schließt sich im Deckzentrum an. Achten Sie hier besonders auf Sauen, die mehrmals umrauschen, überhaupt nicht rauschen wollen, zu viele Güsttage aufweisen (Leertage bis zum erneuten Belegen) oder unter Ausfluss leiden. Von Sauen, die im Deckstall bereits drei Mal umgerauscht haben, sollten Sie sich spätestens jetzt trennen. Das gleiche gilt für Tiere, die vier Wochen nach dem Absetzen noch immer keine Rausche zeigen. Aber auch Sauen mit eitrigem Ausfluss oder Tiere mit Aborten gehören hier nochmals auf den Prüfstand. Mit dem Umstallen in den Wartestall sollte die Schlachtsauen-Selektion eigentlich abgeschlossen sein. Gelegentlich lahmt eine Sau. Die Verletzung kann bei entsprechender Einzelhaltung jedoch in der Regel wieder ausheilen. Anders sieht es allerdings bei Aborten aus. Bei Tieren, die zu diesem späten Zeitpunkt ihre Frucht verlieren, muss man kritisch prüfen, ob sich das Zurückstallen ins Deckzentrum und eine erneute Belegung überhaupt noch lohnen. Fazit Wer alle Fruchtbarkeitsreserven ausschöpfen will, muss darauf achten, dass die Sauenherde nicht überaltert und kranke bzw. leistungsschwache Tiere rechtzeitig selektiert werden. Die Schlachtsauen-Selektion erfolgt in zwei Etappen. Die entscheidende Auswahl wird nach dem Absetzen der Ferkel getroffen, bevor die Sauen ins Deckzentrum umgestallt werden. Mit Hilfe von Sauenplaner-Hitlisten kann eine Vorauswahl getroffen werden. Die endgültige Entscheidung fällt dann jedoch am Tier. Im Deck- bzw. Wartestall erfolgt dann die zweite Selektionsstufe. Hier werden noch einmal die Sauen ganz gezielt unter die Lupe genommen, die entweder gar nicht rauschen wollen, mehrmals hintereinander umgerauscht oder ihre Frucht verloren haben.

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