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Laktationsrausche – so steuern Sie gegen

Lesezeit: 4 Minuten

Rauschige Sauen im Abferkelstall? Eigentlich ist das doch gar nicht möglich! Wie es trotzdem dazu kommt und was man dagegen tun kann, weiß Prof. Bas Kemp von der Universität Wageningen.


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Sauenhalter und Berater beobachten derzeit vermehrt Sauen, die in der Säugezeit rauschen. Meist tritt die Rausche am Ende der dritten oder in der vierten Säugewoche auf.


Diese sogenannte Laktationsrausche ist jedoch ein Problem, weil die Sauen dann nach dem Absetzen nicht mehr zum passenden Zeitpunkt rauschen. Folglich erhöht sich das Absetz-Beleg-Intervall und die Zwischenwurfzeit steigt deutlich.


Doch eigentlich ist es ungewöhnlich, dass die Sauen in der Laktation rauschen. Denn normalerweise blockiert das Säugen der Ferkel, dass die Follikel am Eierstock für den nächsten Zyklus heranreifen (Laktationsanöstrie). Hinzu kommt die negative Energiebilanz der säugenden Sauen: Für die Milchbildung müssen sie viel Körperfett einschmelzen, sodass das Fruchtbarkeitsgeschehen pausiert.


Gründe für Laktationsrausche:

Woran liegt es also, dass diese biologischen Blockaden des Eierstocks bei manchen Sauen nicht mehr greifen? Wissenschaftler diskutieren mehrere Risikofaktoren für die Laktationsrausche:


  • Zucht: Die Zuchtunternehmen haben die Sauen sehr stark auf kurze Absetz-Beleg-Intervalle selektiert. Das könnte das Rauschen schon vor dem Absetzen begünstigt haben.
  • Wurfzahl: Sauen im ersten Wurf sind weniger anfällig für eine Laktationsrausche. Bei älteren Sauen ist sie wahrscheinlicher.
  • Eberkontakt: Haben die Sauen während der Säugezeit Kontakt zu einem Eber, stimuliert das verständlicherweise die Rausche.
  • Wurfgröße: Hat die Sau nur einen kleinen Wurf und/oder sind die Ferkel sehr schwach, sinkt die Säugeintensität. Damit steigt das Risiko für eine Laktationsrausche.


Gefährdet sind zudem Sauen, die mehrere Stunden am Tag keine Ferkel säugen können, beispielsweise weil ihre eigenen Ferkel abgesetzt wurden und sie als Ammen auf „neue“ Ferkel warten müssen.


In eine vorzeitige Rausche können die Sauen auch kommen, wenn nur ein Teil ihrer Ferkel abgesetzt wird. Dann reicht der Saugreiz der verbliebenen Ferkel oftmals nicht aus, um die Laktations-anöstrie aufrecht zu erhalten.


  • Unruhe: Größere Unruhe im Abferkelabteil, z.B. durch Reparatur- oder Umbaumaßnahmen, erzeugt Stress bei den Sauen. Sehr laut ist es im Abteil auch, wenn einige Würfe vorzeitig abgesetzt werden. Dann steigt die Gefahr, dass die verbliebenen Sauen vorzeitig rauschen.
  • Futteraufnahme: Prinzipiell stimuliert eine hohe Energiezufuhr die Ausschüttung des Hormons LH und damit den Eisprung. Genau das nutzt man bei der Flushing-Fütterung nach dem Absetzen.


Wenn aber nun die Sauen in der Laktation mehr Futter bekommen als sie für ihre Erhaltung und Milchbildung brauchen, können sie bereits hier in die Rausche kommen. Mit anderen Worten: Besonders gefährdet sind ältere, fette Sauen sowie Sauen mit kleinen Würfen.


Wie aufspüren?

Manche Sauen zeigen im Abferkelstall ganz offensichtlich eine Rausche. Daneben können manche Tiere aber auch verdeckt rauschen.


Ein verlängertes Absetz-Beleg-Intervall kann ein Indiz dafür sein, dass die Sauen schon vor dem Absetzen rauschen. Ist das der Fall, analysiert man zunächst, welche Sauen betroffen sind. Dabei helfen die Daten im Sauenplaner und/oder weitere Aufzeichnungen aus dem Belegmanagement und der Trächtigkeitskontrolle.


Wer es ganz genau wissen will, kann auch die Eierstöcke der Sauen innerhalb der ersten beiden Tage nach dem Absetzen per Ultraschall scannen. Werden dort Gelbkörper nachgewiesen, hat die Sau in der Säugezeit gerauscht.


Was dagegen tun?

Kommt ein langes Absetz-Beleg-Intervall überwiegend bei Sauen mit hoher Wurfnummer, wenigen abgesetzten Ferkeln und/oder geringen Absetzgewichten vor, dann sollte man bei solchen Sauen die Futtermenge reduzieren.


Sind jedoch immer wieder Sauen betroffen, die an bestimmten Stellen im Abferkelstall stehen, sollte man untersuchen, welche äußeren Einflüsse (Lärm, Zugluft) die Tiere hier reizen.


Empfehlenswert ist auch, ab der dritten Säugewoche bis zum Absetzen keine Ferkel mehr umzusetzen. Lässt sich das nicht vermeiden, sollten die betroffenen Würfe mindestens so groß bleiben wie im Stalldurchschnitt üblich.


Kontakt:


regina.imhaeuser@topagrar.com

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