Überschüssige Gülle separieren?

Viele Veredlungsbetriebe produzieren zu viel Stickstoff und Phosphat. Mithilfe der Gülle­separation lassen sich die Überschüsse exportfähig aufarbeiten. Für welchen Betrieb kommt welche Technik infrage? Und was kostet die Separation?

Diese Zahl dürfte Schweinehaltern Hoffnung machen: Nur gut ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland wird mit Wirtschaftsdüngern wie z. B. Schweinegülle gedüngt. Dabei könnte der Anteil höher sein, denn Wirtschaftsdünger ist reichlich vorhanden. Viele Veredlungsbetriebe produzieren hohe Gülle- bzw. Nährstoffüberschüsse.

Warum so wenige Flächen bislang „Gülle gesehen haben“, lässt sich einfach erklären: Die Kosten für den Transport der Rohgülle in vieharme Ackerbauregionen sind hoch. Und je weiter der Weg, desto teurer wird es. Allein bei einem um etwa 20 km längeren Transportweg erhöhen sich die Ausgaben um etwa 2 € je m3. Vor allem der hohe Wasseranteil in der Rohgülle verschlechtert die Transportwürdigkeit.

Ausweg Separation?

Ein Ausweg aus dem Dilemma könnte die Separation der Rohgülle sein. Das Ziel hierbei ist, den Trockensubstanzanteil (TS-Gehalt) zu erhöhen und die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium (N, P, K) aus der Rohgülle herauszutrennen. Mittlerweile laufen etliche Separations-Verfahren in der Praxis.

Doch bevor eine bestimmte Technik auf dem eigenen Betrieb zum Einsatz kommt, ist zu klären, wie viel Kilo N und P aus dem Betrieb exportiert werden müssen. Denn jedes Verfahren erzielt unterschiedlich hohe Abscheide- bzw. Wirkungsgrade (mehr dazu ab Seite S 18). Zudem ist das Verhältnis der zu exportierenden N- und P-Mengen entscheidend bei der Auswahl des richtigen Separations-Verfahrens.

In Übersicht 1 sind beispielhaft für fünf unterschiedlich intensiv wirtschaftende Betriebe die anfallenden und zu exportierenden Nährstoffe anhand der Anhaltswerte der Düngeverordnung ermittelt worden. Beim Stickstoff sind dabei die ansetzbaren Stall- und Lagerverluste in Höhe von 30 % bereits berücksichtigt.

Die Betriebe A, B und C betreiben je eine Schweinemast in unterschiedlicher Intensität. Je nach Anzahl der Mastplätze pro ha errechnen sich dementsprechend unterschiedlich hohe Nährstoffabgabemengen. So muss z. B. der Betrieb A keinen Stickstoff abgeben, sondern nur ca. 1 950 kg Phosphor.

In Betrieb C, der wesentlich intensiver wirtschaftet, sieht die Situation ganz anders aus. Dieser Betrieb muss neben 10 440 kg Stickstoff auch 9 800 kg Phosphor exportieren (N : P-Verhältnis 1 : 0,94).

In der Ferkelerzeugung ist das Bild ähnlich. Je nach Intensität der Tierhaltung (Sauen pro ha) sind auch hier unterschiedlich große Mengen N und P überbetrieblich zu verwerten. Der intensiv wirtschaftende Betrieb E muss dabei ebenso wie sein Mästerkollege fast genauso viel Phosphor wie Stickstoff abgeben (Verhältnis 1 : 0,94). Betrieb D hat es einfacher. Er muss nur 399 kg P überbetrieblich verwerten, beim Stickstoff hat er noch Spielraum.

Aus dem Verhältnis von N...