Publikation vom Thünen-Institut

Fleischverbrauch in Deutschland seit 2019 rückläufig

Wie viele Tonnen Fleisch werden in Deutschland produziert? Wie sehen die Betriebsstrukturen aus, wie die Nachfrage? Antworten darauf liefern die aktualisierten Thünen-Steckbriefe zur Nutztierhaltung.

Der Fleischverbrauch in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren relativ konstant bei etwas mehr als 7 Mio. t gelegen, ist 2020 allerdings das zweite Jahr in Folge rückläufig gewesen. Die Fleischproduktion dagegen hat sich gemessen an der Schlachtmenge seit der durch die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ausgelösten Marktkrise im Jahr 2001 zunächst fast jedes Jahr erhöht und lag 2016 bei fast 9 Mio. t. Seitdem ist ein Rückgang auf rund 8,5 Mio. t im Jahr 2020 verzeichnet worden. Das geht aus der vom Thünen-Institut aktuell veröffentlichten Publikation „Steckbriefe zur Tierhaltung in Deutschland: Ein Überblick“ hervor.

Schlachtmenge versus Fleischverbrauch

Schlachtmenge versus Fleischverbrauch 2000, 2010, 2020 in tausend Tonnen. (Bildquelle: Thünen-Institut. Datenquelle: BZL-Datenzentrum 2021, *2020 vorläufig)

Im Jahr 2019 hatte sich das gesamte Fleischaufkommen einschließlich der Importe auf gut 11 Mio. t belaufen, womit es gegenüber dem Vorjahr ebenfalls rückläufig gewesen war. Der um 1,6 % kleineren Schlachtmenge hatten dabei um 3 % gesunkene Exporte, um mehr als 9 % niedrigere Importe sowie ein um fast 4 % abgenommener Verbrauch gegenübergestanden. Der mittlere Pro-Kopf-Verzehr der Bundesbürger an Fleisch betrug 2019 rund 57 kg. Einschließlich der Fleischmengen in der Heimtiernahrung und zur industriellen Verwertung belief sich der Pro-Kopf-Verbrauch im Durchschnitt auf 83 kg. Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Neben dem Gesamtüberblick über die Tierhaltung in Deutschland hat das Thünen-Institut auch wieder einzelne Steckbriefe zu Schweinen, Milchkühen, Mastrindern, Legehennen und Mastgeflügel sowie zur Aquakultur veröffentlicht. Es stellt dazu fest, dass die Steckbriefe bewusst nicht die vielfältigen und laufenden Diskussionen zum Thema Tierhaltung aufgriffen; sie lieferten aber einen fachlichen Beitrag, um eben diese gesellschaftliche und politische Diskussion über den Status quo und die Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland auf einer soliden Informationsbasis führen zu können.


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