Insektenproteine: EU prüft nach wie vor Erweiterung der Zulassung

Die EU arbeitet weiterhin an einem strategischen Sicherheitskonzept für den Einsatz von Insektenproteinen im Tierfutter.

Europa importiert jedes Jahr rund 30 Mio. t Sojaschrotprodukte aus Übersee. Vielen Bürgern ist das allein aus Umweltschutzgründen ein Dorn im Auge. Bereits seit Jahren wird daher der verstärkte Anbau von heimischen Eiweißpflanzen gefordert. Doch selbst wenn der Anbau in Europa deutlich ausgedehnt werden sollte, reichen die Mengen nach Ansicht von Experten nicht aus, um die heimischen Tierbestände ausreichend zu versorgen. Immer wieder wird deshalb über den Einsatz von Insekten im Tierfutter als alternative Proteinquelle diskutiert. Auf Anfrage des belgischen Europa-Abgeordneten Tom Vandekendelaere (Partei Christen-Democratisch & Vlaams) erklärte die Kommission jetzt, dass die Ausweitung der Zulassung auf Nichtwiederkäuer im Rahmen eines strategischen Sicherheitskonzeptes weiter untersucht wird. Derzeit dürfen Insekten in der EU nur zu Fischfutter verarbeitet werden.

Vandekendelaere will sich weiter für das Thema stark machen. „Um Nährstoffkreisläufe zu schließen und autarker zu werden, müssen wir über den Tellerrand schauen und nach Lösungen für die Eiweißproblematik suchen. Die Insektenzucht für Tierfutter ist aus meiner Sicht mehr als eine Lösung, es ist die Zukunft“, erklärt der EU-Parlamentarier.

Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Was soll das wirklich bringen

Wenn man Pflanzen an Insekten verfüttert, hat man erst mal Umsetzungsverluste. Bei der Verfütterung von Insekten an Tiere gibt es neue Umsetzungsverluste. Es ist nahezu unmöglich, dass beide Umsetzungsverluste zusammen geringer sind, als bei direkter Verfütterung von Pflanzen. Damit löst ein solcher Weg nur dann unsere Probleme, wenn spezielle Situationen auftreten, etwa Verwertung von Abfällen etc.

von Gerhard Steffek

Die Zukunft?

vielleicht nicht ganz, aber eine sinnvolle Ergänzung. Bedenkt man nämlich das die Schweine Allesfresser sind, so wären Mehlwurm und Co. vielleicht eine entsprechende Bereicherung in deren Speisezettel. Ich bekomme auch meine Entzugserscheinungen muß ich allzulange auf mein Schnitzel verzichten. Könnte mir gut vorstellen das es den Schweinen genauso geht. Vielleicht reduziert sich dadurch das Schwanzbeißen. Aber eine Lösung um Futtermittelimporte zu vermeiden wird es nicht sein. Bestenfalls ergibt sich eine Verlagerung. Wir werden auf Importe angewiesen bleiben, denn für eine Selbstversorgung haben wir mittlerweile zu wenig Flächen und auf der anderen Seite zu viele Menschen hier. Schon Mark Twain wußte zu sagen: "Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt".

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