Alternative für Fischmehl

Protein aus Mehlwürmern: Spatenstich für Produktionshalle in Roggentin

In Roggentin wird die Firma INOVA Mehlwürmer produzieren und diese auch vor Ort direkt weiterverarbeiten. Im Mai hat die EU den gelben Mehlwurm als neuartiges Lebensmittel zugelassen.

In Roggentin erfolgte am Mittwoch der Spatenstich für ein innovatives Vorhaben. Künftig will hier die INOVA Protein GmbH Insekten als Proteinquelle züchten - unter modernsten Bedingungen und mit gleichbleibend hoher Qualität.

Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus kam zur Grundsteinlegung und wünschte dem jungen Unternehmen viel Erfolg. „Hier werden wir bald sehen, was durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Ernährungsforschung in der Praxis möglich sein wird.“

Dass das Vorhaben erfolgreich sein wird, dessen ist der Minister zuversichtlich: „Der Trend in der Ernährungswirtschaft geht zu neuen, klimafreundlichen und gleichzeitig hochwertigen Lebensmitteln auf dem Teller. Außerdem sollen die Produkte dabei möglichst regional sein. Insekten sind zwar nicht das erste, was einem da direkt einfällt, doch es gibt sehr gute Argumente für Insekten als Proteinquelle und wir sehen auch in diesem Bereich steigende Nachfragen und sich ändernde Ernährungsgewohnheiten. Es ist wichtig, dass unser Land bei den aktuellen Trends der Branche dabei ist und innovative Unternehmen unterstützt.“

Das Konzept von INOVA sieht vor, in Roggentin sowohl Mehlwürmer zu produzieren als auch diese vor Ort direkt weiterzuverarbeiten. Aus den getrockneten Insekten sollen dann Proteinmehl, Insektenöl, Chitin und Dünger mit Einsatzgebieten in der tierischen- und menschlichen Ernährung entstehen. Gerade in der Futtermittelherstellung sollen die Mehlwürmer eine attraktive Alternative für Fischmehl bieten.

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