Sauenstall: Besser ohne AFP? Premium

Eine AFP-Förderung ist an viele Auflagen gebunden. Wir haben nachgerechnet, ob sich der Aufwand für den Bau eines Sauenstalles lohnt. Es sind hohe Ziele, die sich die Bundesländer auf die Fahne geschrieben haben...

Im Jahr 2017 erhielten bundesweit 75 Schweineställe eine AFP-Förderung. Die meisten Anträge verzeichnete Bayern. (Bildquelle: Heil)

Eine AFP-Förderung ist an viele Auflagen gebunden. Wir haben nachgerechnet, ob sich der Aufwand für den Bau eines Sauenstalles lohnt. Es sind hohe Ziele, die sich die Bundesländer auf die Fahne geschrieben haben: Mit der AFP-Förderung wolle man eine wettbewerbsfähige, nachhaltige, umweltschonende, tiergerechte und multifunktionale Landwirtschaft unterstützen. Doch die besten Ziele nutzen nichts, wenn die Landwirte die Förderung kaum in Anspruch nehmen. Seit Jahren verzeichnen die zuständigen Behörden immer weniger Anträge. Ein Grund für den Rückgang: Es wird weniger gebaut. Allerdings erklärt das nur teilweise den Einbruch. Rentiert sich die Förderung möglicherweise gar nicht mehr? Im ersten Teil unserer Serie sind wir der Frage nachgegangen, ob sich die Förderung für den Bau eines Maststalles auszahlt. Aus rein ökonomischer Sicht ja. Allerdings scheitern nicht wenige Betriebe an den Auflagen, die mit der Förderung verbunden sind. Lesen Sie dazu auch den Beitrag in der Ausgabe 8/2018, Seite 46. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir nun die Kosten eines Sauenstalles ohne Förderung denen eines AFP-Stalles gegenüber. Die entscheidende Frage dabei: Deckt die Förderung die Mehrausgaben für den AFP-Stall ab? Fachlich hat uns dabei Elmar Brügger, Berater bei der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen, unterstützt. Er erstellte die Berechnungen und holte die entsprechenden Angebote für die Ställe ein. Für den Vergleich haben wir uns auf drei Bundesländer konzentriert, die stellvertretend für die unterschiedlichen Förderbedingungen stehen: Sachsen-Anhalt: Wie in den meisten Bundesländern können Sie hier zwischen einer Basis- oder Premiumförderung wählen. Entscheiden Sie sich hier für die Basisvariante, erhalten Sie einen Zuschuss von 20% auf Ihre Baukosten. In der Premiumförderung sind die Auflagen deutlich strenger. Dafür fällt je nach Bundesland der Fördersatz teilweise doppelt so hoch aus (bis zu 40%). NRW und Bayern: In diesen beiden Ländern gibt es nur eine Premiumförderung (bis zu 40%). Die Förderbedingungen fallen von Land zu Land unterschiedlich aus. Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier... Mehr Komfort Angenommen Sie sind Landwirt in Sachsen-Anhalt und entscheiden sich für die Basisförderung. Dann müssen Sie im Vergleich zu einem Standardstall zusätzliche Auflagen erfüllen, um die Förderung zu erhalten:Wer auf eine Trogfütterung setzt, benötigt je Sau oder Jungsau einen Fressplatz, sodass alle Tiere gleichzeitig fressen können. Der Liegebereich für Eber, Zucht- und Jungsauen im Wartebereich oder in der Gruppenhaltung muss entweder eingestreut werden, über einen Tiefstreustall oder eine Komfortliegefläche verfügen. Bei Zucht- und Jungsauen im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich müssen Sie mind. einen Teil des Liegebereiches mit einer Komfortliegefläche ausrüsten (z.B. Gummimatte im Schulterbereich). Für alle Tiere sind mind. drei verschiedenartige Beschäftigungselemente vorgeschrieben (für Zucht- und Jung-sauen nur im Wartebereich oder in der Gruppenhaltung). Für Zucht- und Jungsauen ist im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich mind. ein Element vorgesehen (z.B. Holz an Ketten oder Strohraufen). Für unsere Beispiele haben wir den Bau eines Stalles für 370 Sauen unterstellt. Wer ...

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