Afrikanische Schweinepest

Schweinefleisch: Deutsche Drittlandexporte eingebrochen

Laut vorläufigen Daten der EU-Kommission ist der Drittlandexport von Schweinefleisch aus Deutschland in den ersten zehn Monaten 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 54,8 % gesunken.

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat dem deutschen Absatz von Schweinefleisch in Drittländern schwer geschadet. Wie aus vorläufigen Daten der EU-Kommission hervorgeht, ist der Export einschließlich Verarbeitungsware und Schlachtnebenerzeugnissen in den ersten zehn Monaten 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 444.930 t oder 54,8 % auf 367.500 t Schlachtgewicht (SG) gesunken.

Noch drastischer war der Verlust bei den Exporteinnahmen, die um 1,15 Mrd. € oder 69,6 % auf 505 Mio. € einbrachen. Hierbei spielte auch der Preisverfall am Schweinemarkt eine Rolle. Nicht enthalten ist in diesen Zahlen der Handel mit dem Vereinigten Königreich aufgrund einer unzureichender Datenbasis. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland mit einer Ausfuhrmenge von gut 1 Mio. t hinter Spanien noch den zweiten Platz bei den wichtigsten Exporteuren in der Europäischen Union belegt. Mittlerweile ist die Bunderepublik auf Rang vier abgerutscht.

Spanien baut Führungsposition aus

Der starke Ausbau der Produktions-, Schlacht- und Zerlegekapazitäten hatte Spanien bereits 2019 die Führungsposition beim Drittlandexport in der Gemeinschaft eingebracht, den es 2021 weiter ausbaute. Laut Kommission haben die Iberer von Januar bis Oktober - ohne den Handel mit Großbritannien - insgesamt fast 1,66 Mio. t Schweinefleisch in Drittländer verkauft; das waren 222.300 t oder 15,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die entsprechenden Exporteinnahmen stiegen um 15,8 % auf einen neuen Rekordwert von 3,82 Mrd. €.

Auf dem zweiten Platz rangiert Dänemark mit einem Ausfuhrplus von 11,4 % auf 788.480 t, gefolgt von den Niederlanden, die ihren Drittlandabsatz um 13,4 % auf gut 600.000 t steigerten. In beiden Ländern war im bisherigen Jahresverlauf ein Rückgang der Ausfuhr von Schweinen festzustellen, sodass die Schlachtungen um jeweils gut 6 % im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2020 zunahmen. Bei relativ geringem Inlandsverbrauch musste die höhere Schweinefleischproduktion im Ausland vermarktet werden, darunter in Drittländern. Deutschland war eines von nur fünf EU-Staaten mit einem rückläufigen Schweinefleischexport auf dem Weltmarkt. Selbst Polen, ebenfalls stark von der ASP betroffen, konnte laut den Kommissionsdaten seine Ausfuhren in der Berichtswoche um 9,2 % auf 210.540 t steigern.


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