top agrar plus Spezial Schweineimpfung

Tipps: So verabreichen Sie Impfstoffe sicher

Es gibt vier Möglichkeiten, Impfstoffe zu verabreichen: Direkt ins Maul der Schweine, in den Muskel oder in bzw. unter die Haut der Tiere. Entscheidend sind die Hinweise auf dem Beipackzettel.

Unsere Autoren: Dr. Carolin Holling und Jakob Aundrup, Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen

Durch Impfungen soll das Immunsystem der Schweine zur Bildung einer starken Abwehr gegen Krankheitserreger angeregt werden. Dazu enthalten die Impfstoffe abgeschwächte oder abgetötete Krank-heitserreger bzw. deren Zellbestandteile oder Toxine. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Impfstoffe verabreicht werden können:

  • oral über das Maul der Tiere;
  • intramuskulär in den Muskel;
  • subkutan unter die Haut;
  • oder intradermal in die Haut.

Genaue Informationen, für welches Verabreichungsverfahren sich der jeweilige Impfstoff eignet, findet man in der Fachinformation des Impfstoffs, dem sogenannten Beipackzettel.

1. Impfung über das Maul

Die orale Impfung wird insbesondere gegen krankmachende Darmerreger angewendet. Bei Darmerkrankungen wie der Porzinen Intestinalen Adenomatose (PIA) können zum Beispiel Bakterien (Lawsonien) die Zellen des Darmes befallen und zu unterschiedlichen Krankheitsausprägungen führen. Hier kann vorbeugend ein Ileitisimpfstoff eingesetzt werden.

Darüber hinaus wird die orale Impfung bei Absetzdurchfällen eingesetzt, die durch E. coli-Bakterien (Escherichia coli) verursacht werden. Bei der Wahl des Impfstoffs muss man jedoch darauf achten, über welche Eigenschaften die für den Durchfall verantwortlichen E. coli-Stämme verfügen. Hier unterscheidet man zwischen den Fimbrien-typen F4 und F18. Darüber hinaus können Schweine durch die orale Impfung gegen Salmonelleninfektionen (Salmonella Typhimurium und Salmonella Choleraesuis) immunisiert werden.

Als Köderimpfung kann die orale Impfung auch bei einem Ausbruch der Klassischen Schweinepest (KSP) zum Impfen der Wildschweine angewendet werden. In Hauschweinebeständen ist die prophylaktische Impfung dagegen derzeit verboten. Im Seuchenfall kann es auf behördliche Anordnung jedoch zu einer Notimpfung kommen. Übersicht 1 gibt einen Überblick über derzeit zugelassene orale Impfstoffe.

Die oralen Vakzine werden von den Schweinen über das Maul aufgenommen und gelangen von dort in den Verdauungstrakt der Tiere, wo sie das Immunsystem anregen. Die Verabreichung ist unterschiedlich. Genaue Infos dazu stehen im Beipackzettel des Impfstoffs.

Der Ileitisimpfstoff z. B. kann entweder tierindividuell per Drenchpistole angewendet werden oder gruppenweise über die Tränke bzw. die Flüssigfütterung. Mit der Drenchpistole kann sichergestellt werden,dass jedes Tier auch die erforderliche Impfdosis erhält. Allerdings ist das Verfahren arbeitsaufwendig und es ist wichtig, dass die Spitze der Drenchpistole auf dem Zungenwulst platziert und so der Schluckreflex der Tiere ausgelöst wird.

Per Tränke oder Futter impfen

Über die Tränke- oder Flüssigfutterleitung geht das wesentlich bequemer. Eine große Anzahl von Schweinen kann gleichzeitig geimpft werden. Das Verfahren setzt allerdings voraus, dass die Tiere bestimmte Wasser- oder Flüs­sigfuttermengen aufnehmen. Deshalb kann dieses Impfverfahren frühestens in der Ferkelaufzucht angewendet werden. Jüngere Ferkel oder Tiere, bei denen eine gute Futter- bzw. Wasseraufnahme nicht gesichert ist, müssen per Drencher geimpft werden.

Generell ist bei der oralen Impfung darauf zu achten, dass über die jeweilige Leitung im Zeitraum von drei Tagen vor bis drei Tage nach der Impfung keine Antibiotika verabreicht wurden, denn sie können den Lebendimpfstoff schädigen. Auch bei anderen Futter-...

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