Ein Sensor im Pansen Premium

Ein neuer Pansenbolus erfasst die Körpertemperatur und die Aktivität der Kuh. Das soll die Brunsterkennung verbessern und auf den Abkalbetermin schließen lassen. Die Tierhaltungsschule Triesdorf hat getestet, ob die Technik hält, was sie verspricht. Die automatische Herdenüberwachung entwickelt sich ständig weiter. Seit Kurzem bieten der österreichische Hersteller Smaxtec Pansenboli an, die das Herdenmanagement erleichtern sollen. Wie funktioniert Smaxtec? Unterschieden wird zwischen einem Basis- und einem Premiumbolus. Der Basisbolus misst die Aktivität der Kuh sowie die Vormagentemperatur, der Premiumbolus zusätzlich den pH-Wert im Pansen. Den erweiterten Premiumbolus empfiehlt Smaxtec für 6 bis 10% der Tiere, um die Futterration zu kontrollieren. Der wartungsfreie Bolus liegt im Netzmagen und ist dadurch sicher vor Verlust. Beim Tierabgang verlässt der Bolus den Betrieb mit dem Tier. Zur Hardwareausstattung gehören eine Basisstation zum Auslesen der Boli und eventuell ein Repeater, um die Signale über größere Entfernungen an die Basisstation zu übertragen. Die Übertragung der Boli-Daten erfolgt alle zehn Minuten. Die Meldungen können über eine internetbasierte Oberfläche, also über PC, Tablet und Smartphone, empfangen und ausgewertet werden. Zudem ist ein Klimasensor zur Aufzeichnung der Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit erhältlich. Der Hersteller empfiehlt die Eingabe der Boli ab ca. 300 kg Lebendmasse. Somit ist eine frühe Eingabe in das Tier möglich. Die Batterielaufzeit wird mit vier Jahren angegeben. Somit muss bei einigen Tieren ein zweiter Bolus nachgelegt werden. Was verspricht der Hersteller? Laut Hersteller soll das System folgende Funktionen erfüllen: automatische und zuverlässige Erkennung der Brunst; frühzeitige (6 bis 20 Stunden vor der Geburt) Erkennung des Abkalbebeginns; kontinuierliche Temperaturmessung; umfassende Kontrolle der Aktivität; Gesundheitsinformationen und Früh-erkennung von Krankheiten; Kontrolle der Wasseraufnahme; frühzeitige Erkennung von Hitzestress. Die Tierhaltungsschule Triesdorf hat das System seit Juli 2017 im Einsatz. Wir haben insgesamt 20 Kühen Basis-Boli eingegeben. Die Hardwareinstallation war überraschend einfach und konnte selbstständig ausgeführt werden. Sehr behilflich ist dabei die Seriennummer, die auf jedem Gerät aufgeklebt ist und die Hardware bei der Anmeldung identifiziert. Das erleichtert die Einrichtung und Verknüpfung der Komponenten. Am Gerätestandort ist lediglich eine Steckdose notwendig. Durch ein integriertes GSM-Modul können die Daten ohne feste Leitung übertragen werden. Sollte keine Netzabdeckung vorhanden sein, ist eine Übertragung per Kabel möglich. Zudem kann der Bolus die Daten bis zu 50 Tage speichern, wenn ein Tier z.B. kurzzeitig umgestallt wird. Für unsere mehrhäusige Bauweise in Triesdorf war eine zweite Basisstation notwendig, um alle Tiere zu erfassen. Das Problem könnten auch andere Betriebe mit verwinkelten oder mehrhäusigen Ställen haben. Antenne reicht 30 m. Smaxtec gibt die Reichweite der ...

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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