Haben wir jahrzehntelang falsch gedüngt? Plus

Immer mehr Landwirte in Süddeutschland schwören auf eine Untersuchung ihres Bodens nach der amerikanischen Kinsey-Methode. Welche Vorteile das bringen soll, haben wir mit Praktikern diskutiert.

Für uns als Mulchsaatbetrieb kommt es besonders auf die richtigen Nährstoffverhältnisse im Boden an und die Bodenuntersuchung nach Kinsey liefert mir dazu mehr Informationen als die LUFA-Methode“, sagt Ackerbauer Bernd Günther aus Fuchsstadt (Lkr. Würzburg). „Als wir Lösskindel auch in bis zu 1 m Tiefe fanden, war mir klar, dass Calcium verlagert wurde. Laut Standardmethode war dagegen immer genug Kalk vorhanden. Das brachte mich zu Kinsey.“

Was Kinsey Bietet

Günthers Wunsch, mehr über die Wechselwirkungen der Nährstoffe im Boden zu verstehen und aktiv zu einer besseren Bodengesundheit beizutragen, teilen mittlerweile immer mehr Praktiker in Süddeutschland.

Die Untersuchungsmethode, die der Amerikaner William Albrecht entwickelt hat und von Neal Kinsey verbreitet wird, bedient dieses Interesse. Sie gibt im Gegensatz zur Standardmethode (CAL-Methode) mit der Kationenaustauschkapazität (KAK) das Nährstoffspeichervermögen der Ton- und Humusteilchen eines Bodens exakt an. Welchen Anteil Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium daran ausmachen, weist sie in Prozent aus. Nach Kinsey haben schwere und/oder humusreiche Böden eine hohe KAK. Die Analyse liefert zudem standardmäßig die Gehalte an Schwefel und Phosphor sowie die gängigen Mikroelemente (Cu, Mn, Zn, B) mit.

Die KAK ist in Deutschland nicht neu, wurde aber aus Kostengründen aufgegeben. Die heutige CAL-Methode schätzt das Speichervermögen eines Bodens lediglich anhand der Bodenart. Sie erfasst die aktuell vorhandenen Mengen der Makronährstoffe und stuft sie in Gehaltsklassen ein.

Höhere Erträge?

Die Vorteile der Kinsey-Methode sehen die überzeugten Landwirte vor allem bei schweren, problematischen Böden. Sie können zwar im Zuge der Düngung nach dem System nicht von eindeutig höheren Erträgen berichten, die Ertragsstabilität sei in extremen Jahren aber besser (sieh Praxisstimmen S. 26). Dafür nehmen sie pro Bodenprobe Kosten von 70 bis 85 € in Kauf. Die LUFA-Methode führen sie nur noch durch, um die CC-Auflagen zu erfüllen.

In Deutschland gibt es...

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