Bisons

Bisons aus Bayern

Auf einem USA-Trip kam Josef Wiesheu die Idee: Warum nicht die heißbegehrten Rinder nach Bayern bringen? Seither züchtet und vermarktet er die Tiere - sehr erfolgreich!

Wer sich im Freisinger Hinterland zufällig in den kleinen Ort Sickenhausen verirrt, staunt erst einmal nicht schlecht: Wie in einer Filmkulisse zeichnen sich links neben der Straße die mächtigen Umrisse amerikanischer Bisons gegen den Himmel ab. Wir befinden uns auf dem Anwesen von Josef Wiesheu (70), Deutschlands größtem Züchter dieser imposanten Urrinder.

Seine Herde umfasst 120 Bisons, die vor 100 Jahren als nahezu ausgerottet galten. „Eigentlich wollte ich gar nicht in die Landwirtschaft“, erzählt der gelernte Metzgermeister und Landwirt. „Ich hatte einen Super-Job in der
Fleischindustrie. Aber dann habe ich doch beschlossen, den elterlichen Hof zu übernehmen.“

Wie aber sollte die Zukunft des Hofs mit seinem alten Stall und den
30 Milchkühen aussehen? Bei einer USA-Reise kam ihm die Idee, es mit Bisons zu probieren – Bisonfleisch war in Deutschland damals eine Rarität und wegen seines frisch-würzigen Geschmacks, dem geringen Fettanteil und seiner wertvollen Inhaltsstoffe unter Kennern sehr begehrt.

60 Kälber eingeflogen

1995 setzt er den Plan in die Tat um: In einer abenteuerlichen Aktion lässt Wiesheu seine ersten 60 Bisonkälber von Kanada über...

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