Eching

Bürger für Einsatz von Insektizid BTI am Ammersee

Ein Bürgerentscheid am Ammersee hat sich klar für den Einsatz der Mückenbekämpfung mit BTI ausgesprochen. Während das übrige Bayern über den Insektenschutz diskutiert, ist der Rundumschlag am See OK!

Die alte Weisheit behauptet sich mal wieder: Wenn es um die eigenen Interessen geht, wirft der Bürger seine Ideale ganz schnell über Bord. Das gilt beim Bekenntnis zur Wertschätzung von Lebensmitteln (würde mehr bezahlen), bei der Unterstützung neuer Energien (Windkraft und Erdkabel ja, aber nicht vor meiner Tür) ebenso wie beim Insektenschutz, für den tausende Bürger beim Volksbegehren unterschrieben haben (Die Bauern vergiften die Umwelt).

Jetzt aber, wo es in Eching am Ammersee dieses Jahr erneut eine Stechmücken-Plage gab, hat sich ganz schnell bei einem Bürgerentscheid eine klare Mehrheit für die Bekämpfung der Tiere mit einem umstrittenen Insektizid ausgesprochen.

Laut dem Bayerischen Rundfunk stimmten 79,5 % der Bürger für den Einsatz des Bakteriums BTI ("Bacillus thuringiensis israelensis"). Das notwendige Quorum wurde erreicht, die Wahlbeteiligung lag bei 66 %. BTI produziert einen toxischen Eiweißstoff. Dieser zerstört Zellen im Darm der Stechmückenlarven, weite Teile einer Population verenden dadurch, erklärt der BR weiter.

Umstritten ist das Mittel, da es auch andere Mücken getötet, die den Menschen nicht schädigen, wie die Zuckmücken. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Fische, Amphibien und Vögel, weshalb viele Umwelt- und Naturschützer den Einsatz von BTI ablehnen.

Nun werden laut BR Gebiete kartiert und dann der Oberen Naturschutzbehörde zur Prüfung und ggf. Freigabe vorgelegt.

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Der erste Runde Tisch Insektenschutz diente vor allem dem gegenseitigen „Zuhören“. Details und Kompromisse zu den geplanten Maßnahmen sollen jetzt Fachgruppen erarbeiten.

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Insektenschutz/ Agrarpaket/ Bauernproteste

CDU/CSU üben Widerstand gegen Insektenschutzprogramm

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Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat eine ausführliche Folgenabschätzung zum Insektenschutzprogramm der Bundesregierung vorgelegt. Er rechnet mit Auswirkungen auf 2,3 Mio. Hektar.


Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Bahnmüller

Gipfel der Scheinheiligkeit

die Maske ist gefallen. Danke für den Bericht. Vielleicht kommen wir ja irgendwann wenigstens wieder in die Nähe einer sachlichen Dsikussion.

von Erwin Schmidbauer

Wunsch und Wirklichkeit

Die Realität ist nun mal so: Wir alle müssen etwas tun, die Anderen sollen schon mal anfangen...

von Anton Obermeier

Rettet die Stechmücken

hätte dann scheinbar nicht funktioniert? Oder etwa doch? Immerhin waren ja über 20% gegen den Einsatz. Beim unsäglichen Volksbegehren in Bayern haben 18% unterschrieben, laut Söder eine überwältigende Mehrheit, ging ja nur um die Landwirtschaft. Am Ammersee sind nun 20% eine vernachlässigbare Minderheit, geht ja schließlich um Tourismus und betuchte Seeanwohner. So funktioniert Demokratie in Deutschland.

von Wilhelm Grimm

Am Oberrhein werden Mücken auch mit Isektiziden bekämpft.

Die Anwohner können nicht mehr in Ruhe den Abend geniessen. Ich habe dafür Verständnis.

von Hans Spießl

(..)

(...)

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von Thomas Blöthner

So läuft das

egal ob Artenschutz oder Klimarettung. Immer frei nach dem Motto „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“. (...)!!! lg

von Martina Junker

,

Geht’s noch. Das kann ja wohl nicht sein, unsere Ackerfrüchte dürfen von den Insekten gefressen werden, aber wenn die Mücken stechen wird ein ganzen See vergiftet. Unglaublich!

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