Bayern

Freie Wähler wollen Holzabsatz besser fördern

Wegen des massiven Überangebots an Holz haben die Freien Wähler im Bayerischen Landtag neue Förderprogramme für das Heizen und für die stoffliche Verwertung von Holz beantragt.

Stürme, Trockenheit und der einhergehende Borkenkäferbefall haben zu einem massiven Holzüberangebot geführt. Die Folge: Die Holzpreise sind im Keller, die bayerischen Waldbesitzer geraten zunehmend unter Druck.

Mit einem umfangreichen Antragspaket will die Landtagsfraktion der Freien Wähler der angeschlagenen Forstwirtschaft jetzt unter die Arme greifen. Oberstes Ziel dabei: die Förderung des einheimischen Holzes als Roh- und Brennstoff.

„Zwischen anfallender Holzmenge und Holzverbrauch klafft eine zunehmende Lücke, die wir dringend schließen müssen“, erklärt der forstpolitische Sprecher Nikolaus Kraus. Die Nachfrage sei bereits seit Monaten kleiner als das Angebot. „An der Waldwirtschaft hängen viele Arbeitsplätze. Wenn die Forstwirte ihren Rohstoff weiterhin zu Schleuderpreisen verhökern müssen, sind auf Dauer viele Existenzen bedroht.“

Kraus hält die geplanten Maßnahmen auch aus ökologischer Sicht für sinnvoll. „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Großteil des Holzes, das derzeit in Bayerns Wäldern anfällt, einfach verrottet, statt sinnvoll genutzt zu werden. Sonst werden unnötig gewaltige Mengen an Kohlendioxid freigesetzt, die an anderer Stelle eingespart werden könnten.“

Die Freien Wähler wollen vor allem die thermische Verwertung von Holz fördern sowie entsprechende Förderprogramme auflegen und erweitern“ Infrage käme etwa die zusätzliche Förderung holzbasierter Kleinfeuerungsanlagen oder Investitionszuschüsse für Heizungsanlagen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Denkbar sei auch eine Vereinfachung und Herabsenkung der Förderkriterien, um zusätzliche Anreize zu schaffen

Entwicklung einer Holzfaserstrategie

Ein weiteres Ziel der Freien Wähler ist die Entwicklung einer Holzfaserstrategie. „Durch die Förderung der Holzfaser als umweltfreundliches Rohstoffmaterial könnten wir nicht nur zur Vermeidung von Kunststoffen beitragen, sondern gleichzeitig unsere heimische Forst- und Holzwirtschaft nachhaltig stärken“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johann Häusler.

Maßgebend seien eine stärkere Priorisierung der Bioökonomie und die Schaffung einer breiten Wertschöpfungskette. Viele Materialien – von Textilien über Vliesprodukte bis hin zu Verpackungen – ließen sich aus Holzfaser herstellen.

„Nur wenn es uns gelingt, zusätzliche Absatzwege zu generieren und die Absatzsicherheit auch für Faserholz langfristig zu gewährleisten, können wir die Forstwirtschaft als wichtigen Wirtschaftszweig und den Wald als CO2-Speicher und Naherholungsraum dauerhaft bewahren“, so Häusler. Er hoffe deshalb, dass das Maßnahmenpaket auch beim Koalitionspartner auf Zustimmung stoße.

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Diskussionen zum Artikel

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