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Mechanisch statt chemisch Premium

Striegel, Rotor- und Reihenhacke

Striegel, Rotor- und Reihenhacke: Kann die mechanische Unkrautbekämpfung mit der Spritze konkurrieren? Wir haben es im Mais ausprobiert.

Keine Frage: Die mechanische Unkrautbekämpfung gehört zu den Königsdisziplinen im Ackerbau. Wer Erfolg haben will, muss am Ball bleiben und ist in der Saison regelmäßig mit Hacke oder Striegel unterwegs. Trotz des Aufwands rücken die mechanischen Maßnahmen wieder in den Fokus. Zwar halten sich der Wegfall von Wirkstoffen und Resistenzprobleme im Mais noch in Grenzen, trotzdem fragen sich Praktiker wieder, was mechanisch machbar ist.

Wir haben deshalb drei Geräte des Herstellers Einböck, jeweils mit 6 m Arbeitsbreite, für unseren Systemvergleich im Mais eingesetzt:

  • den Zinkenstriegel Aerostar-Exact,
  • die Rotorhacke Rotarystar und
  • die Reihenhacke Chopstar mit RowGuard Kamera-Lenksystem.

Natürlich bieten auch andere Hersteller solche Geräte an. Wie bei unseren Systemvergleichen üblich, wollten wir die Unterschiede zwischen den Fabrikaten aber ausblenden und haben uns deshalb für einen Anbieter entschieden. Unterstützung beim Einsatz erhielten wir von Fachberatern der LWK Niedersachsen und vom Verband Bioland.

Interessiert hat uns , wie die Geräte einzeln und in Kombination wirken. Wir haben sie deshalb auf einem Testbetrieb im Münsterland solo und in verschiedenen Kombinationsvarianten eingesetzt. Auf der ca. 8 ha großen Fläche, Bodenart Sand mit 25 Bodenpunkten, wurde am 22.4.2015 die Sorte Walterinio (S270/K270) gelegt. Die Aussaatstärke wählten wir mit 10 Körnern pro Quadratmeter bewusst höher. Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung sollten leichte Verluste bei der Kulturpflanze mit einkalkuliert werden. Ziel war eine Bestandesdichte von 8,5 bis 9 Pflanzen. Diese wurde mit minimalen Abweichungen in allen Varianten erreicht. Neben einer Null-Variante komplett ohne Pflanzenschutz behandelten wir eine Parzelle konventionell chemisch. Am 18.5.2015 kamen hier 0,3 l/ha Buctril, 1,8 l/ha Laudis und 2,0 l/ha Spectrum Gold zum Einsatz. Der Bestand war damit unkrautfrei.

Start mit dem Striegel:

Mechanisch ging es mit dem Striegel los. Der klassische Zinkenstriegel erlaubt einen frühen Einsatztermin. Bereits in den Tagen nach der Saat ist bei passender Witterung das Blindstriegeln, also ohne sichtbare Kulturpflanzen, möglich. Das Ziel: Keimende Unkräuter sollen möglichst im Fadenstadium (erste Spitzen sichtbar) an die Bodenoberfläche befördert werden. Hier trocknen sie dann aus. Für den Erfolg der Maßnahme ist das Wetter entscheidend. Nach dem Striegeln sollte es noch einige Stunden sonnig, zumindest aber trocken sein, damit die Unkräuter sicher austrocknen.

Einböck rüstet den Aerostar-Excact mit vier Stützrädern vorne und zwei Stützrädern hinten aus. Sie übernehmen die Tiefenführung. Die Zinken arbeiten in einem Strichabstand von 2,5 cm. Sie lassen sich hydraulisch in der Neigung verstellen. Das hat Einfluss auf die Arbeitstiefe und die Aggressivität. Je höher der Rahmen über die Stützräder eingestellt wird, desto steiler und aggressiver stehen die Zinken. Beim Blindstriegeln wird der Striegel schleppend und nicht zu tief eingestellt. Dazu: Rahmen über die Stützräder etwas runter und Anstellwinkel der Zinken flach. Die Arbeitstiefe sollte bei 2 bis 4 cm liegen. Sie muss öfter kontrolliert werden, damit die Arbeitstiefe nicht bis an den Saathorizont reicht. Die Zinken würden die Körner verschieben und den Keimling beschädigen.

Wir haben in unserem Versuch mit dem Blindstriegeln vor allem gegen Gräser sehr gute Wirkungen erzielt. Die Witterung spielte dabei gut mit. Leichten Schauern folgten sonnige Tage, sodass ein Austrocknen der Keimlinge gewährleistet war. Da beim Blindstriegeln bis zu 12 km/h schnell gefahren werden kann, liegt die ...

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