Mit Kameras auf den Punkt genau

Durch Kamerasysteme und gepulste Ventile lassen sich Unkräuter gezielt bekämpfen. Ein weiterer Trend ist das Spritzen im Band in Kombination mit mechanischer Unkrautbekämpfung.

Ein wichtiger Trend in diesem Jahr ist die mechanische Unkrautbekämpfung. Deshalb fassen wir die Neuentwicklungen dazu in unserem Betrag ab Seite 108 zusammen. Neben der Unkrautkontrolle gibt es auch Ansätze, direkt das Samenpotenzial möglichst gering zu halten.

Zürn zeigt dazu den Unkrautsammler TopCut. Das Gerät schneidet Ungräser über dem Bestand ab und sammelt die Samenträger ein. Das könnte angesichts der immer schwerer zu bekämpfender Ungräser und eingeschränkter Verfügbarkeit wirksamer Herbizide eine interessante Lösung sein. Das System setzt allerdings eine sehr gleichmäßige Bestandshöhe voraus. Ähnliche Geräte wurden übrigens vor einigen Jahren in Schweden vorgestellt und sind im Bioanbau im Einsatz.

Fläche oder Reihe?

Bei der klassischen Pflanzenschutz-​Technik lassen sich die Haupttrends so zusammenfassen: Immer gezielter, immer flexibler und das möglichst mit weniger Mittelaufwand.

Eine Möglichkeit dazu ist die Kombination von mechanischer Unkrautbekämpfung mit einer Bandspritze. Unter anderem, weil die idealen Einsatzzeitpunkte für die mechanische UKB (warm, windig und trocken) und das Herbizid (bedeckt, windstill) nicht deckungsgleich sind, bietet sich der getrennte Einsatz an. Auf der Agritechnica zeigen einige Hersteller Lösungen, mit denen die klassische Feldspritze auch die Bandspritzung übernehmen kann.

Beim Dammann RSD gibt es neben der Standard-Düsenleitung mit 50 cm Düsenabstand eine weitere Leitung mit Bandspritzdüsen. Ein Kamerasystem erfasst die Reihen. Durch seitliches Verschieben der Leitung passt sich die Position der Düsen automatisch an.

Das mit Silber prämierte System AmaSelect Row von Amazone behandelt die gesamte Fläche oder nur Bänder. Es arbeitet mit speziellen Vierfach-Düsenkörpern. Die Träger sind so gestaltet und bestückt, dass die Fläche wahlweise mit Düsenabständen von 50 oder 25 cm behandelt wird. Durch Umschalten am Terminal lassen sich Bandspritzdüsen aktivieren, die Kulturen mit 50 oder 75 cm Reihenabstand behandeln.

Spritzen mit Puls und Kamera

Die Pulsweitenmodulation (PWM) ist bei den Spritzen weiter auf dem Vormarsch. Hier bleiben Druck und Tropfenspektrum weitgehend gleich. Die Ausbringmenge wird durch schnell getaktete, unterschiedliche lange Öffnungsintervalle variiert (Pulsweiten). Das ist für jeden einzelnen Düsenkörper möglich.

Neben den bekannten PWM-Systemen von Teejet (DynaJet) und Amazone haben unter anderem auch Dammann, Hardi, John Deere oder Kuhn PWM im Angebot. Damit lassen sich weitere Funktionen realisieren, wie z.B. Kurvenausgleich oder teilflächenspezifische Ausbringmengen. TeeJet hat die PWM-Ventile überarbeitet und an einen maximalen Druck von 8 bar für Injektordüsen angepasst.

Ein weiterer Trend ist das teilflächenspezifische Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln über intelligente Kameras (Spot-Applikation). Hardi zeigt dazu das Twin Force Pulse System: Hierbei handelt es sich um eine Kombination einer Unkrauterkennung per Kamera, PWM und Luftunterstützung. Die exakte Führung des Spritzgestänges ist eine Voraussetzung für die sichere Unkrauterkennung. Das will Hardi durch das hydraulische AntiSwing-System und eine veränderliche Gestängegeometrie erreichen. Die Luftunterstützung kann den Tropfentransport zum detektierten Zielobjekt besser sicherstellen. Das trifft besonders auf die Applikation kleiner und mittlerer Tropfen zu, die bei der frühen Bekämpfung von...

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