Premiere

Agritechnica: Horsch stellt Neuheiten für Bodenbearbeitung vor

Horsch hat seine Agritechnica-Neuheiten vorgestellt: Für die Bodenbearbeitung neu sind u.a. der Finer LT, das Hackgerät Transformer VF, der Striegel Cura ST, Optionen für StripTill-Maschine Focus etc

Horsch hat am Donnerstag in Schwandorf seine Neuheiten zur Agritechnica vorgestellt. In diesem Jahr steht vor allem die mechanische Unkrautbekämpfung im Focus. So zeigte Horsch einen neuen Verschieberahmen mit bis zu 12 m Arbeitsbreite, der sich mit unterschiedlichen Werkzeugen ausstatten lässt. Außerdem gibt es eine neue Baureihe mit Striegeln sowie eine mit Flachgrubbern. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige der Neuheiten vor:

Transformer VF: Hackgerät mit vielen Innovationen

Der Transformer VF bildet die Basis für die neue Familie der Hackgeräte bei Horsch. Als besonderheiten hebt das Unternehmen neben einem voll integrierten Seitenverschieberahmen auch die Kompatibilität mit verschiedensten Kamerasystemen hervor.

Des Weiteren verfügt der Transformer VF über große Variabilität bei den parallelogrammgeführten Werkzeugen. Den Transformer VF (VF steht hier für VariableFrame) gibt es in 6 bis 12 Metern Arbeitsbreite mit voll integriertem Seitenverschieberahmen. Dieser ist erstmals in der Grundmaschine integriert und arbeitet nicht über die gängigen und bekannten Zwischenkoppelrahmen.

Durch die volle Kompatibilität zum ISOBUSStandard lässt sich die Maschine mit vielen Kamerasystemen kombinieren. Die 6 m und 8 m breiten Maschinen sind 3-teilig geklappt. Die Versionen von 9 m bis 12 m Arbeitsbreite werden 5-teilig geklappt bei einer Transportbreite von 3 m und 4 m Transporthöhe.

Der Durchgang unter dem Rahmen beträgt 660 mm, was gerade bei späteren Einsatzterminen in Reihenkulturen wie Mais und Zuckerrüben vorteilhaft ist. Die Klemmprofile für die Werkzeuge sind innenliegend. Daraus soll eine maximale Variabilität bei der Anordnung der Werkzeuge am Rahmen möglich sein.

Mit dem Transformer VF können Reihenabstände von 25 cm bis 90 cm abgedeckt werden. Die Arbeitstiefe soll sich einfach werkzeuglos einstellen lassen, heißt es. Die Einheiten seien hydraulisch belastbar für besonders harte Böden. Die Hydraulik kommt aber auch zum Einsatz, wenn per SectionControl Einzelreihen ausgehoben werden. Optional sind auch Abdeckscheiben für die Hackwerkzeuge verfügbar, um zum Beispiel Kulturen im frühen Stadium optimal zu schützen. Zusätzlicher Anbauraum lässt sich für Fingerrollen oder weitere Werkzeuge nutzen, die in der Reihe arbeiten.

Transformer VF (Bildquelle: Pressebild)

Transformer VF (Bildquelle: Pressebild)

Neu: Striegel Cura ST

Cura ST (Bildquelle: Pressebild)

Der Horsch Striegel Cura ST ist eine der zentralen Lösungen speziell für die Hybridlandwirtschaft und für den Bio-Bereich, erklärten die Ingenieure der Presse in Schwandorf weiter. Er soll präzise arbeiten und äußerst robust aufgebaut sein.

Der Cura ST wird als 3-Punkt Variante mit Arbeitsbreiten von 6 bis 15 m auf den Markt kommen. Der 6-balkige Aufbau ermöglicht einen Zinkenabstand von 2,8 cm für intensives Arbeiten auf blanken Böden bzw. in Beständen. Der Auflagedruck der Striegelzinken ist stufenlos hydraulisch verstellbar. Jeder Striegelzinken kann dabei im Bereich von 500 bis 5000 g belastet werden und hält über den gesamten Federweg nahezu die gleichen Kräfte ein, heißt es.

Jeder Zinken ist zudem einzeln angebunden und gegen seitliches Wegdrücken gesichert. Der große Belastungsbereich des Striegelzinkens würde schonendes und auch sehr aggressives Arbeiten ermöglichen - je nach Zielstellung. Eine Bearbeitung von Konturen, wie zum Beispiel Kartoffeldämme, ist ebenso problemlos möglich.

Cura ST (Bildquelle: Pressebild)

Neue Optionen für StripTill-Maschine Focus

Focus TurboEdge (Bildquelle: Pressebild)

Die Focus StripTill Technik erhält zur Agritechnica einige Updates, die die Maschine je nach Region noch universeller aufstellen sollen. Beim Säschar haben die Kunden künftig die Wahl zwischen dem bekannten TurboDisc Doppelscheibenschar oder dem neuen Zinkenschar TurboEdge.

Seine Stärken sollen vor allem bei Reihenabständen größer als 25 cm bei Raps und Bohnen liegen, erklärt Horsch. Vor allem auf schweren Böden oder bei vielen Rückständen an der Oberfläche sorge der Säzinken hier für eine sehr gute Einbettung des Saatgutes. Auch bei einer wenig intensiven Vorarbeit aufgrund klimatischer Umstände könnte das neue TurboEdge Schar seine Vorteile ausspielen, wirbt die Firma weiter.

Die MiniDrill mit 400 l Tankvolumen ist künftig auch für den Focus erhältlich. Damit hält eine dritte Komponente bei der Ausbringung Einzug und erhöht so die Schlagkraft der Maschine deutlich. Im Falle der Rapsaussaat kann dann mit der MiniDrill das Rapssaatgut dosiert und die beiden Haupttanks für Dünger genutzt werden. Dieses G & F (Grain & Fertiliser) Beispiel erhöht die Flächenleistung des Focus bei der Aussaat um 40%.

Kommt die MiniDrill als PPF Erweiterung zum Einsatz, befinden sich die Saatgutauslässe im Bereich der Säschiene und dienen zum Beispiel zur Ausbringung von Untersaaten oder Schneckenkorn. Eine neue Krümeleinebnung anstelle der Einebnungsscheiben vor dem Packer sorgt auf mittleren und schwereren Böden für zusätzlich Feinerde im Sästreifen. Durch sein offenes Design und den kleinen Durchmesser werde ein sicheres Zerkleinern von grobem Boden erreicht, heißt es. Außerdem sei der Selbstreinigungseffekt auf bindigen Böden gut.

Focus Strip Till (Bildquelle: Pressebild)

Focus TurboEdge (Bildquelle: Pressebild)

Neuer OptiRoll Packer

Mit dem OptiRoll nimmt Horsch einen Packer für überwiegend leichte und sehr leichte Standorte, mittlere und schluffige Böden in sein Programm auf. Er ist zum Start für alle Terrano FM, Cruiser XL und Joker RT in 10 und 12 m Arbeitsbreite erhältlich.

Der OptiRoll hat einen Durchmesser von 730 mm. Dieser große Durchmesser soll eine hohe Tragfähigkeit vor allem auf leichteren Standorten sicherstellen. Die profilierte Oberfläche gewährleiste auch unter lockeren Bedingungen einen sicheren Einsatz. Das Wellenprofil des Packers sorge durch eine streifige und wellige Rückverfestigung für eine große Bodenoberfläche, einen schnellen Wiederaufbau der Kapillarität und den Transport von Bodenwasser, erklärten die Produktmanager.

Finer LT für die ganzflächig schneidende Bodenbearbeitung

Finer LT (Bildquelle: Pressebild)

Der Finer LT gehört zur Linie der neuen Produkte für die Hybridlandwirtschaft und Biobetriebe. Hauptaufgabe ist das flache Schneiden von Unkräutern, Ausfallgetreide oder Zwischenfrüchten. Absolut neu ist die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Zinken so anzupassen, dass unter allen Bedingungen parallel flach zum Boden geschnitten werden kann.

Der Finer LT hat eine Arbeitsbreite von 6 bis 12 Meter. Dabei gibt es die 4-balkige Maschine zum Start im 3-Punkt-Anbau. Der Strichabstand der Federzinken beträgt 15 cm bei 550 mm Rahmenhöhe. Dem Zinkenfeld folgt ein 2-balkiger Striegel, der noch mehr abgeschnittenes Pflanzenmaterial aus der Erde entfernt.

Die absolute Besonderheit ist laut Horsch der einstellbare Anstellwinkel der Federzinken. Damit werde immer ein perfekter, flacher und zum Boden paralleler Schnitt erreicht. Die Einstellbarkeit ist deshalb so wichtig, um sich dem Bodenwiderstand anzupassen und immer einen flächigen Schnitt zu bekommen. Leichte Böden erfordern wenig Ausfederung, schwere Böden deutlich mehr.

Stützräder führen den Finer präzise in der Tiefe. Die Hauptaufgabe des Finer LT ist das flache Schneiden von Unkräutern und Ungräsern, Ausfallgetreide oder Zwischenfrüchten. Er kann somit auch eine Alternative zum Glyphosat zur Bekämpfung von Unkraut sein. Für die 12 Meter breite Version reicht bereits ein 200 PS Schlepper

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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